Bayer Aktie: Jetzt wird's eng
Bayer wollte den Roundup-Albtraum mit einem 7,25-Milliarden-Dollar-Vergleich endlich hinter sich lassen. Doch nun formiert sich organisierter Widerstand: 14 Anwaltskanzleien, die rund 20.000 Kläger vertreten, wollen die für kommenden Mittwoch angesetzte Anhörung platzen lassen. Ausgerechnet am selben Tag präsentiert der Konzern seine Jahreszahlen – mit drastisch erhöhten Rückstellungen.
Kläger-Allianz attackiert Vergleichsplan
Die Anwaltskanzleien fordern eine Verschiebung der Anhörung um mindestens 60 Tage. Ihr Argument: Das über 600 Seiten umfassende Vergleichspaket hätten sie erst am 17. Februar erhalten – zu spät für eine angemessene Prüfung. Dass Bayer und die beteiligten Kanzleien rund zwei Jahre an der Vereinbarung gearbeitet hatten, lassen sie nicht gelten.
Die Intervention ist brisant. Bayer kann vom Vergleich zurücktreten, falls sich zu viele Kläger dagegen entscheiden. Von den ursprünglich 65.000 offenen Klagen soll der Großteil durch das langfristige Entschädigungsprogramm beigelegt werden. Die Zahlungen über maximal 21 Jahre sind degressiv gestaltet und gedeckelt.
Bilanz unter Druck
Die Vergleiche treiben die Rückstellungen von 7,8 Milliarden Euro auf 11,8 Milliarden Euro – davon entfallen allein 9,6 Milliarden auf Glyphosat. Bayer rechnet für 2026 mit litigationsbezogenen Auszahlungen von rund 5 Milliarden Euro und erwartet einen negativen Free Cashflow. Die Finanzierung läuft über eine Kreditlinie von 8 Milliarden Dollar sowie Anleihen und eigenkapitalähnliche Instrumente.
Lichtblick aus der Pharmasparte
Inmitten der juristischen Turbulenzen meldete Bayer einen Phase-III-Erfolg in der Onkologie. Eine Kombinationstherapie mit dem Prostatakrebs-Medikament Xofigo senkte das Sterberisiko bei Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom um 24 Prozent gegenüber der Einzelbehandlung. Die am 26. Februar veröffentlichten Ergebnisse konnten die Aktie jedoch nicht nachhaltig stützen.
Euphorie verflogen
Nach der Vergleichsmeldung war die Aktie am 17. Februar um über 7 Prozent gesprungen und markierte Mitte Februar bei 49,17 Euro ihr 52-Wochen-Hoch. Seither ging es deutlich bergab. Am Freitag schloss das Papier bei 41,75 Euro. Der RSI von knapp 20 signalisiert eine technisch überverkaufte Situation.
Schicksalstag am 4. März
Der kommende Mittwoch wird zum Nadelöhr: Um 6:30 Uhr präsentiert Bayer die Jahreszahlen 2025 samt Prognose für 2026 – inklusive der massiv erhöhten Rückstellungen. Zeitgleich ist die vorläufige Vergleichsanhörung in Missouri angesetzt. Ob der ehrgeizige Zeitplan hält, entscheidet das Gericht in den nächsten Tagen. Eine Verschiebung würde die Unsicherheit bis in den späten Frühling verlängern. Zusätzliche Klarheit erhofft sich Bayer vom Supreme Court, der bis Juni im Fall Durnell entscheiden soll – ein günstiges Urteil könnte die Klagewelle deutlich eindämmen.
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