Der Ludwigshafener Chemiekonzern steht vor einem Spagat: Während das Sparprogramm Fahrt aufnimmt und der Free Cashflow die Erwartungen deutlich übertraf, senkt JPMorgan das Kursziel auf 36 Euro. Die Begründung: Die operative Ergebnisentwicklung dürfte 2026 weiter enttäuschen. Gleichzeitig treibt BASF den Konzernumbau voran – mit einem neuen Digital Hub in Indien und der möglichen Veräußerung von Geschäftsteilen.

Die wichtigsten Entwicklungen auf einen Blick:

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  • JPMorgan senkt Kursziel von 40 auf 36 Euro bei "Underweight"
  • Free Cashflow 2025 mit 1,3 Mrd. Euro deutlich über Konsens (0,6 Mrd. Euro)
  • EBIT mit 1,6 Mrd. Euro unter Erwartungen (Konsens: 2,2 Mrd. Euro)
  • Neuer Digital Hub in Hyderabad startet im ersten Quartal 2026
  • Strategische Optionen für Tochter trinamiX werden geprüft

Analyst sieht weitere Belastung voraus

JPMorgan-Analyst Chetan Udeshi begründet die Herabstufung mit weiterem Druck auf die operativen Gewinnschätzungen. Die vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal dürften die bereits gesunkenen Erwartungen nochmals belasten. Bemerkenswert: Udeshi stuft die BASF Aktie als einen der teuersten zyklischen Werte im gesamten Chemiesektor ein. Die Aktie habe sich zuletzt von der fundamentalen Entwicklung entkoppelt und relativ stabil gehalten.

Gemischte Jahreszahlen für 2025

Der Umsatz sank auf 59,7 Milliarden Euro, nach 61,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erreichte 6,6 Milliarden Euro und lag damit unter der eigenen Prognose von 6,7 bis 7,1 Milliarden Euro.

Der Free Cashflow überraschte positiv: Mit 1,3 Milliarden Euro übertraf er den Analystenkonsens von 0,6 Milliarden Euro mehr als doppelt. Gestützt wurde dies durch niedrigere Investitionsausgaben. Das EBIT von 1,6 Milliarden Euro blieb hingegen deutlich hinter den Erwartungen von 2,2 Milliarden Euro zurück – belastet durch erheblich höhere Restrukturierungskosten.

Sparprogramm nimmt Fahrt auf

Der neue Digital Hub in Hyderabad ist Teil des umfassenden Sparprogramms im Digitalbereich. Die neue Gesellschaft BASF Digital Solutions Private Limited soll digitale Dienste an einem kosteneffizienten Standort bündeln. CFO Dr. Dirk Elvermann traf sich Ende Januar mit dem indischen Handels- und Industrieminister Piyush Goyal, um das Projekt zu besprechen.

Parallel prüft BASF strategische Optionen für die Tochter trinamiX GmbH, die sich auf biometrische Bildgebung und mobile Materialanalyse spezialisiert. Diese Aktivitäten gehören nicht zum Kerngeschäft. Ein Teilverkauf einzelner Bereiche ist möglich. Der bisherige Geschäftsführer Dr. Ingmar Bruder verließ das Unternehmen am 26. Januar. Sein Nachfolger Dr. Lothar Laupichler übernimmt am 1. Februar. trinamiX beschäftigt rund 200 Mitarbeiter und hält über 800 Patente.

Aktienrückkauf läuft planmäßig

Das im November 2025 gestartete Aktienrückkaufprogramm wird fortgesetzt. Zwischen dem 19. und 23. Januar erwarb BASF 1.075.055 eigene Aktien zu einem volumengewichteten Durchschnittspreis von rund 44 Euro. Seit Programmstart wurden insgesamt 11.444.864 Aktien zurückgekauft.

Am 27. Februar folgen die finalen Jahreszahlen für 2025. Dann wird sich zeigen, ob die Restrukturierung erste Früchte trägt oder ob die operative Entwicklung weiter enttäuscht. Die Standortvereinbarung schützt den Stammsitz Ludwigshafen bis Ende 2028 vor betriebsbedingten Kündigungen.

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