BASF Aktie: JPMorgan zieht den Stecker
Die Chemiebranche kommt nicht zur Ruhe – und BASF schon gar nicht. Während die US-Bank JPMorgan das Kursziel von 40 auf 36 Euro zusammenstreicht, investieren deutsche Konzerne gleichzeitig Milliarden in China. Was auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt, offenbart ein fundamentales Dilemma des Ludwigshafener Konzerns.
Die Rechnung geht nicht auf
Analyst Chetan Udeshi von JPMorgan lässt am Montag kein gutes Haar an der aktuellen Bewertung. Seine Botschaft ist eindeutig: Die schwachen Eckdaten aus dem vierten Quartal dürften die ohnehin bereits stark gesunkenen Gewinnschätzungen für 2026 weiter nach unten drücken. Das Urteil "Underweight" bleibt bestehen.
Pikant dabei: Die Aktie notiert bei rund 45,89 Euro – deutlich über dem neuen Kursziel. Für Udeshi eine klare Fehlbewertung. BASF zähle mittlerweile zu den teuersten Zykliker-Werten der gesamten Chemiebranche, obwohl die Geschäftslage alles andere als rosig aussieht. Die Aktie habe sich von der fundamentalen Ausgangslage völlig abgekoppelt.
Flucht nach Osten
Zeitgleich zeigt sich ein bemerkenswerter Trend: Deutsche Unternehmen pumpen so viel Geld nach China wie seit vier Jahren nicht mehr. Zwischen Januar und November 2025 flossen mehr als 7 Milliarden Euro in das Reich der Mitte – ein Plus von 55,5 Prozent gegenüber den Vorjahren. Verantwortlich dafür? Donald Trumps aggressive Handelspolitik treibt europäische Konzerne in die Arme Pekings.
"German companies are continuing to expand their activities in China – and at an accelerated pace", erklärt Juergen Matthes vom IW Institut gegenüber Reuters. Die Strategie dahinter: Wer nur in China für China produziert, reduziert das Risiko von Zöllen und Exportbeschränkungen. Eine Versicherungspolice gegen geopolitische Verwerfungen.
BASF sitzt zwischen allen Stühlen
Für den Chemiekonzern könnte die Rechnung kompliziert werden. Einerseits bleibt China der größte Absatzmarkt für Chemieprodukte weltweit – ein Rückzug wäre selbstmörderisch. Andererseits lastet die schwache Industriekonjunktur massiv auf den Margen. Die gestiegenen Energiekosten in Europa verschärfen das Dilemma zusätzlich.
Volkswagen demonstriert, wie man damit umgeht: Der Wolfsburger Konzern behandelt China und die USA als strategisch gleichwertige Märkte, investiert aber "unabhängig voneinander". Technologien aus China werden zunehmend in Südostasien, dem Nahen Osten und Südamerika eingesetzt. Ein Ansatz, der BASF möglicherweise fehlt.
Während Wettbewerber ihre China-Aktivitäten gezielt als Stabilitätsanker ausbauen, hangelt sich der Ludwigshafener Konzern von Quartal zu Quartal. Die Börse honoriert das nicht – trotz technischer Aufhellungstendenzen bleibt die fundamentale Gemengelage angespannt.
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