Die vorläufigen Jahreszahlen des Chemiekonzerns sorgen für gemischte Gefühle am Markt. Während der Free Cashflow die Erwartungen deutlich übertraf, warnt die US-Bank JPMorgan nun explizit davor, dass sich der Aktienkurs von der operativen Realität entkoppelt habe. Anleger stehen vor der Frage: Ist die jüngste Erholung fundamental gerechtfertigt?

  • JPMorgan senkt Kursziel auf 36 Euro
  • Free Cashflow überrascht mit 1,3 Milliarden Euro
  • Tochtergesellschaft trinamiX auf dem Prüfstand

JPMorgan-Analyst Chetan Udeshi goss nach der Vorlage der Zahlen Wasser in den Wein. Er bestätigte sein Rating mit "Underweight" und senkte das Kursziel von 40 auf 36 Euro. Seine Begründung wiegt schwer: Der Aktienkurs habe sich von der fundamentalen Situation gelöst. BASF sei mittlerweile einer der teuersten zyklischen Werte im Chemiesektor, und die operativen Gewinnschätzungen für 2026 dürften weiter sinken.

Betrachtet man den Schlusskurs vom Dienstag bei 46,10 Euro, impliziert das neue Kursziel ein deutliches Rückschlagspotenzial. Die Aktie notiert derzeit näher am 52-Wochen-Hoch von 53,98 Euro als am Tief, was die Warnung vor einer Überbewertung charttechnisch untermauert.

Cashflow hui, Umsatz pfui?

Die Diskrepanz zwischen Analystenskepsis und Marktstimmung erklärt sich durch ein Detail in den Zahlen. Der Free Cashflow lag mit 1,3 Milliarden Euro massiv über dem Konsens von 0,6 Milliarden Euro. Das klingt zunächst nach einem starken Signal.

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Allerdings resultiert dieser Geldzufluss primär aus Sparmaßnahmen und nicht aus operativer Stärke. Die Investitionsausgaben wurden von 6,2 Milliarden Euro im Vorjahr auf 4,3 Milliarden Euro gedrückt. Operativ hingegen verfehlte das EBITDA vor Sondereinflüssen mit 6,6 Milliarden Euro die eigene Prognose leicht, und der Umsatz war rückläufig. Die Cash-Generierung funktioniert also, doch die operative Ertragskraft schwächelt weiterhin.

Umbau und Störfeuer

Das Management treibt unterdessen die Portfolio-Bereinigung voran. Die Tochtergesellschaft trinamiX, spezialisiert auf biometrische Bildgebung, steht nun offiziell auf dem Prüfstand, da sie nicht zum Kerngeschäft zählt. Ein Verkauf ist eine mögliche Option. Passend dazu wurde die Geschäftsführung der Tochter neu geordnet: Dr. Lothar Laupichler übernimmt ab Februar das Ruder. Auch in der Sparte Care Chemicals gibt es Bewegung, hier übernimmt Daniel Wussow im April die Leitung.

Überschattet werden diese strategischen Weichenstellungen von einem aktuellen Vorfall im Stammwerk Ludwigshafen. Ein technischer Defekt führte gestern zu einem Anlagenausfall, bei dem zwei Mitarbeiter durch heißes Wasser verletzt wurden. Die Folge sind sichtbare Fackeltätigkeiten, die noch bis zum 30. Januar andauern sollen – ein Sinnbild für die derzeitigen operativen Herausforderungen.

Das laufende Aktienrückkaufprogramm bietet derweil eine gewisse Stütze für den Kurs. Seit November wurden über 11 Millionen eigene Anteile erworben. Ob diese Maßnahme ausreicht, um die von JPMorgan thematisierten Bewertungsrisiken dauerhaft zu kompensieren, bleibt abzuwarten. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob BASF im laufenden Jahr den Beweis antreten kann, dass die Gewinne der Bewertung folgen können.

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