Der iPhone-Konzern steht massiv unter Beschuss: West Virginia verklagt Apple wegen systematischer Verbreitung von Kindesmissbrauchsmaterial über iCloud. Vorwurf: Der Tech-Riese habe die Privatsphäre der Nutzer höher bewertet als den Kinderschutz – und damit seine Cloud-Plattform zur größten Vertriebsplattform für solches Material gemacht.

Explosive Vorwürfe aus internen Dokumenten

Generalstaatsanwalt JB McCuskey stützt seine Klage auf brisante interne Kommunikation: Apples damaliger Anti-Betrugs-Chef soll 2020 in einer Textnachricht festgehalten haben, dass Apple aufgrund seiner Prioritätensetzung zur "größten Plattform für die Verbreitung von Kinderpornographie" geworden sei. Die Klage wurde am Donnerstag beim Mason County Circuit Court eingereicht.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2023 meldete Apple lediglich 267 Fälle von Missbrauchsmaterial an das National Center for Missing and Exploited Children. Google kam im gleichen Zeitraum auf 1,47 Millionen Meldungen, Meta sogar auf 30,6 Millionen. Der Grund für diese drastische Diskrepanz: Anders als Wettbewerber wie Google oder Microsoft scannt Apple hochgeladene Dateien nicht systematisch gegen eine Datenbank bekannter Missbrauchsdarstellungen.

Gescheiterter Kompromiss zwischen Datenschutz und Kinderschutz

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Apple hatte 2021 mit "NeuralHash" einen eigenen Ansatz vorgestellt: Die Technologie sollte Bilder bereits auf den Geräten der Nutzer vor dem Upload scannen – ein Kompromiss zwischen Missbrauchserkennung und Privatsphäre. Doch Sicherheitsforscher kritisierten das System wegen möglicher Fehlalarme, Datenschützer warnten vor staatlicher Überwachung. Apple verschob die Einführung im September 2021 und kippte das Projekt im Dezember 2022 endgültig.

Stattdessen führte der Konzern Ende 2022 Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für iCloud-Daten ein – was Strafverfolgungsbehörden selbst mit richterlichem Beschluss den Zugriff unmöglich macht. Diese Entscheidung erfolgte allerdings erst, nachdem Apple einen früheren Plan für solche Verschlüsselung auf Druck des FBI verworfen hatte.

West Virginia fordert nun Strafzahlungen und will Apple gerichtlich zur Implementierung wirksamerer Erkennungsmethoden sowie sichererer Produktgestaltung zwingen. Der Bundesstaat argumentiert, jedes Mal wenn solches Material geteilt oder angesehen werde, werde das betroffene Kind erneut zum Opfer.

Apple steht bereits in einem ähnlichen Verfahren vor einem kalifornischen Bundesgericht. Dort macht der Konzern Section 230 des Communications Decency Act geltend – ein Gesetz, das Internet-Unternehmen weitgehend vor Haftung für nutzergenerierte Inhalte schützt. Die Aktie notiert im vorbörslichen NASDAQ-Handel aktuell 0,61 Prozent schwächer bei 262,75 Dollar.

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