Die aktuelle Ausgabe der Wiener Börse Party mit Christian Drastil widmet sich ausführlich dem österreichischen Baukonzern Strabag, der gleich mit drei unterschiedlichen Meldungen die Nachrichtenlage dominiert. Vom institutionellen Aktienverkauf über ein neues Immobilienprojekt bis hin zu einer Research-Anpassung – der Bauriese steht heute im Mittelpunkt des Börsengeschehens.

Raiffeisen-Holding verkauft Strabag-Paket

Die Raiffeisen-Holding Niederösterreich hat sich von einem Aktienpaket des Baukonzerns getrennt. Konkret wurden 2,08 Millionen Strabag-Aktien an institutionelle Investoren veräußert. Der Verkaufspreis lag dem Vernehmen nach bei 86,5 Euro je Aktie. Interessant ist dabei die Differenz zum aktuellen Sekundärmarkt: Dort notiert die Strabag-Aktie derzeit knapp über 90 Euro. Der Abschlag beim Paketverkauf dürfte der üblichen Praxis bei größeren Transaktionen entsprechen, bei denen institutionelle Käufer einen gewissen Discount erwarten.

Dieser Artikel ist eine Added Value Version zu den Key-Insights einer Podcastfolge von audio-cd.at, aufgewertet durch Archivbausteine. Die hier veröffentlichten Gedanken/Schlüsse sind weder als Empfehlung noch als ein Angebot oder eine Aufforderung zum An- oder Verkauf von Finanzinstrumenten zu verstehen und sollen auch nicht so verstanden werden. Der Handel mit Finanzprodukten unterliegt einem Risiko. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren.

Bildungscampus in Wien: Neue Projektgesellschaft gegründet

Auf der operativen Seite zeichnet sich ein interessantes Immobilienprojekt ab. Die Strabag Real Estate wird sich gemeinsam mit der Hypo Niederösterreich Leasing und der Caverion Österreich GmbH an der Errichtung eines Bildungscampus am Nordwestbahnareal in Wien beteiligen. Für dieses Vorhaben gründen die Partner eine gemeinsame Gesellschaft.

Die Beteiligungsverhältnisse sind klar strukturiert: Sowohl die Strabag Real Estate als auch die Hypo Niederösterreich werden jeweils 49 Prozent an der neuen Gesellschaft halten. Der Geschäftszweig umfasst die Finanzierung, Planung und Errichtung sowie den technischen Betrieb einer Bildungseinrichtung. Diese Informationen sind der Website der Bundeswettbewerbsbehörde zu entnehmen, was auf ein laufendes Prüfverfahren hindeutet.

Erste Group hebt Kursziel deutlich an

Aus dem Research-Bereich kommt eine bemerkenswerte Anpassung: Die Erste Group hat ihre Einschätzung zur Strabag-Aktie aktualisiert. Dabei wurde die Empfehlung von „Buy" auf „Accumulate" zurückgestuft. Gleichzeitig erfolgte jedoch eine signifikante Anhebung des Kursziels – von zuvor 95,3 Euro auf nun 108,9 Euro.

Bei einem aktuellen Kurs von knapp über 90 Euro signalisiert das neue Kursziel der Erste Group damit ein Aufwärtspotenzial von rund 20 Prozent. Die Abstufung der Empfehlung bei gleichzeitiger Kurszielerhöhung deutet darauf hin, dass die Analysten zwar weiteres Potenzial sehen, der Kursanstieg der vergangenen Zeit aber bereits einen Teil der positiven Entwicklung vorweggenommen hat.

Marktumfeld: ATX nach Rekordlauf leichter

Die Strabag-Nachrichten fallen in ein insgesamt bewegtes Marktumfeld. Der ATX hat am Vortag sein bereits 14. Alltime High des Jahres 2026 erreicht. Am Donnerstag um 14:42 Uhr notierte der österreichische Leitindex jedoch mit minus 0,52 Prozent bei 5.790 Punkten leicht im Minus. Top-Performer waren zu diesem Zeitpunkt die BAWAG Group mit plus 1,44 Prozent und Semperit mit plus 1,23 Prozent.

Auch der deutsche Leitindex DAX zeigte sich mit minus 0,91 Prozent bei 25.047 Punkten schwächer, nachdem er sich zuvor an seine Rekorde aus dem Januar angenähert hatte. Die Umsätze an der Wiener Börse waren mit einem Zielwert von über 300 Millionen Euro durchaus ordentlich, was auch mit dem bevorstehenden Februar-Verfallstag am Freitag zusammenhängen dürfte.

Ausblick auf kommende Indexentscheidungen

In der kommenden Woche stehen noch einige wichtige Entscheidungen bezüglich der österreichischen Indizes an. Als fix gilt dabei die Aufnahme von Palfinger in den ATX. Erklärungsbedürftiger gestaltet sich die Situation bei Schoeller-Bleckmann und Frequentis, die indirekt miteinander verbandelt sind – eine Konstellation, die in der nächsten Woche im Podcast näher erläutert werden soll. Auch der ATX Five verdiene besondere Aufmerksamkeit.

Die Strabag-Aktie bleibt angesichts der Nachrichtendichte ein interessanter Wert im österreichischen Börsenuniversum. Mit dem Aktienverkauf durch die Raiffeisen-Holding, dem neuen Wiener Bauprojekt und der Kurszielanhebung durch die Erste Group erhält der Titel von verschiedenen Seiten Impulse, die Anleger im Auge behalten sollten.