Aus einem juristischen Konflikt wird eine neue Einnahmequelle: ams OSRAM hat den Patentstreit mit einem chinesischen Technologieanbieter überraschend konstruktiv gelöst. Statt sich in jahrelangen Prozessen aufzureiben, verwandelt der Konzern den Gegner in einen Kunden – ein wichtiger Schritt inmitten der laufenden Restrukturierung.

  • Einigung: Patentstreit mit Shenzhen Meizhi beigelegt.
  • Partnerschaft: Neuer Liefervertrag ersetzt Klagen in den USA und Deutschland.
  • Kontext: Kurs konsolidiert nach Jahresauftakt-Rallye.

Vom Gegner zum Kunden

Die Auseinandersetzung drehte sich um LED-Komponenten für Pflanzenbeleuchtung, die unter der Marke "Spider Farmer" vertrieben wurden. ams OSRAM hatte Vorfälle in den USA und vor dem Landgericht Düsseldorf zur Anzeige gebracht, um die unautorisierte Nutzung eigener Technologien zu stoppen. Nun folgt die Kehrtwende: Die Parteien haben sich nicht nur geeinigt, sondern eine kommerzielle Partnerschaft geschlossen.

Shenzhen Meizhi wird künftig offiziell Gartenbau-LEDs von ams OSRAM beziehen. Für den österreichisch-deutschen Konzern ist dies ein doppelter Gewinn: Das geistige Eigentum wird geschützt, und gleichzeitig werden neue Umsatzströme generiert. Dieter Boss, verantwortlich für Intellectual Property, wertet den Schritt als Beweis dafür, dass sich Innovationsschutz und geschäftliche Kooperation nicht ausschließen müssen.

Umbauphasen und Marktreaktion

Diese positive Nachricht trifft auf ein Unternehmen, das sich mitten in einer tiefgreifenden Transformation befindet. Erst Anfang Februar meldete ams OSRAM den Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon für 570 Millionen Euro. Gleichzeitig soll das Sparprogramm "Simplify" Kosten in Höhe von 200 Millionen Euro senken.

An der Börse wird der heutige Meldung eher verhalten aufgenommen. Die Aktie notiert aktuell bei 9,01 Euro, was einem Tagesverlust von 1,10 Prozent entspricht. Dennoch bleibt das übergeordnete Bild im Jahr 2026 bisher positiv: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von 6,00 Prozent. Der Titel hat sich damit deutlich vom 52-Wochen-Tief bei 5,98 Euro gelöst, wenngleich der Weg zum Hoch bei knapp 14 Euro noch weit ist.

Fokus auf Digital Photonics

Mit der Bereinigung des Portfolios und der Beilegung von Altlasten schärft ams OSRAM sein Profil als "Digital Photonics Leader". Der Fokus liegt nun klar auf Wachstumsmärkten wie Automotive, Biosensorik und optischen Verbindungen für KI-Rechenzentren.

Für das laufende erste Quartal 2026 rechnet das Management mit Erlösen von rund 760 Millionen Euro und einer bereinigten EBITDA-Marge von etwa 15 Prozent. Die Beilegung des Rechtsstreits eliminiert ein Störfeuer, doch der Fokus der Anleger verschiebt sich nun auf die operative Exekution. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob die Marge in diesem Übergangsjahr stabil gehalten werden kann und die neuen Partnerschaften schnell in den Büchern sichtbar werden.

Ams Osram-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Ams Osram-Analyse vom 17. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Ams Osram-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Ams Osram-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Ams Osram: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...