Der Halbleiterspezialist ams OSRAM überraschte am Dienstag mit starken Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr, leitete aber zugleich schmerzhafte Einschnitte ein. Während der Konzern seine eigenen Prognosen übertraf und Rekordaufträge verbuchte, kündigte das Management ein weitreichendes Sparprogramm an. Rund 2.000 Arbeitsplätze stehen auf der Streichliste, um die Profitabilität langfristig zu sichern.

Operative Stärke trifft auf Kostendruck

Im vierten Quartal 2025 zeigte sich das operative Geschäft robust. Mit einem Umsatz von 874 Millionen Euro und einer bereinigten EBITDA-Marge von 18,4 Prozent lag das Unternehmen über dem Mittelwert der eigenen Zielspanne. Besonders das Kerngeschäft mit Halbleitern überzeugte mit einem vergleichbaren Wachstum von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auch die Jahresbilanz für 2025 fällt positiv aus. Die Marge kletterte um 150 Basispunkte auf 18,3 Prozent, während der Free Cashflow bei 144 Millionen Euro landete. Ein starkes Signal für die Zukunft ist das Orderbuch: Die sogenannten Design Wins erreichten mit über 5 Milliarden Euro einen neuen Höchststand.

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Programm „Simplify“: 2.000 Stellen fallen weg

Trotz der soliden Zahlen sieht der Vorstand Handlungsbedarf. Das neu aufgelegte Transformationsprogramm „Simplify“ soll bis zum Geschäftsjahr 2028 jährliche Einsparungen von weiteren 200 Millionen Euro realisieren. Dieser Effizienzkurs hat jedoch einen hohen Preis: Rund 2.000 Mitarbeiter sind von den Maßnahmen betroffen, etwa die Hälfte davon an europäischen Standorten.

Dieser Schritt folgt auf das erst kürzlich vorzeitig abgeschlossene Programm „Re-establish the Base“, das bereits Kosten in Höhe von 220 Millionen Euro pro Jahr senkte.

Strategische Schrumpfkur

Parallel zum Stellenabbau treibt ams OSRAM die Fokussierung auf den Bereich Digital Photonics durch Verkäufe von Unternehmensteilen voran. Diese Desinvestitionen stärken die Bilanz und senken die Verschuldung:

  • Infineon-Deal: Der Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts brachte 570 Millionen Euro in bar ein.
  • Lampengeschäft: Die Sparte Specialty Lamps ging für rund 100 Millionen Euro an Ushio.
  • Schuldenabbau: Durch diese Zuflüsse und einen Teilrückkauf der Wandelanleihe sinkt der Verschuldungsgrad auf das 2,5-Fache des bereinigten EBITDA.

Übergangsjahr 2026

Für das laufende Jahr dämpft das Management die Erwartungen. 2026 wird als Übergangsjahr definiert, geprägt von den jüngsten Verkäufen und einem schwächeren US-Dollar. Für das erste Quartal wird ein Umsatz von 760 Millionen Euro bei einer Marge von rund 15 Prozent erwartet – ein Rückgang, der saisonale Effekte und die verkleinerte Konzernstruktur widerspiegelt. Mittelfristig bleibt das Ziel ambitioniert: Bis 2030 soll die bereinigte EBITDA-Marge auf mindestens 25 Prozent steigen.

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