Starke Fortschritte bei Cashflow und Entschuldung – und trotzdem wird es ungemütlicher: Mit den Zahlen für 2025 hat Ams Osram zwar die eigene Prognosemitte übertroffen, gleichzeitig aber einen schwächeren Ausblick für das laufende Quartal geliefert. Dazu kommt ein neues Spar- und Umbauprogramm mit rund 2.000 geplanten Stellenstreichungen. Wie passt das zusammen?

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Q4-Umsatz: 847 Mio. Euro, bereinigte EBITDA-Marge: 18,4%
- Bereinigter Free Cash Flow 2025: 144 Mio. Euro (Vorjahr: 12 Mio. Euro)
- Neues Programm „Simplify“: 200 Mio. Euro jährliche Einsparungen bis 2028, rund 2.000 Stellen betroffen
- Q1/2026-Guidance: 710–810 Mio. Euro Umsatz, 13,5–16,5% EBITDA-Marge
- Deutsche Bank senkt Einstufung auf Hold und reduziert EBITDA-Schätzung 2026 auf 466 Mio. Euro (zuvor 532 Mio. Euro)

Zahlen besser, Cashflow deutlich stärker

Im vierten Quartal 2025 legte die Profitabilität zu. Die bereinigte EBITDA-Marge stieg auf 18,4% nach 17,0% im Vorjahresquartal. Beim bereinigten Nettoergebnis kam der Sprung besonders deutlich aus: 35 Mio. Euro nach 3 Mio. Euro ein Jahr zuvor.

Auffällig ist vor allem der Cashflow. Auf Jahressicht erreichte der bereinigte Free Cash Flow 144 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr nur 12 Mio. Euro zu Buche standen. Der Barmittelbestand lag zum Jahresende bei 1,483 Mrd. Euro.

Umbau „Simplify“ und Verkäufe zur Entschuldung

Parallel zu den Ergebnissen kündigte das Management das Transformationsprogramm „Simplify“ an. Bis zum Geschäftsjahr 2028 sollen damit zusätzliche 200 Mio. Euro Einsparungen pro Jahr realisiert werden. Geplant ist der Abbau von rund 2.000 Arbeitsplätzen, etwa die Hälfte davon in Europa.

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Das vorherige Programm „Re-establish the Base“ sei laut Unternehmen ein Jahr früher als geplant abgeschlossen worden und habe Einsparungen von rund 220 Mio. Euro pro Jahr gebracht.

Beim Schuldenabbau setzt der Konzern zudem auf Portfolio-Verkäufe: Am 3. Februar wurde der Verkauf des nicht-optischen Analog-/Mixed-Signal-Sensorgeschäfts an Infineon für 570 Mio. Euro unterzeichnet. Zuvor war bereits der Verkauf von Entertainment & Industry Lamps an Ushio für rund 100 Mio. Euro vereinbart worden. Die Nettoverschuldung sank zum Jahresende auf 1,518 Mrd. Euro (inklusive Sale-and-Lease-Back-Verpflichtungen).

Q1-Guidance fällt ab – Deutsche Bank wird vorsichtiger

Der Gegenwind kommt über den Ausblick: Für das erste Quartal 2026 stellt Ams Osram 710 bis 810 Mio. Euro Umsatz und eine bereinigte EBITDA-Marge von 13,5 bis 16,5% in Aussicht. Laut Analysten liegt diese Prognose rund 15% unter den bisherigen Markterwartungen.

Gestern reagierte die Deutsche Bank und stufte von Buy auf Hold herab. Als Gründe nannte sie den schwächeren Ausblick, höhere Inputkosten durch steigende Goldpreise sowie zunehmenden Preisdruck im LED-Geschäft im Zusammenhang mit der Abschwächung des chinesischen Automobilmarkts. Zudem senkte die Bank ihre EBITDA-Prognose für 2026 von 532 auf 466 Mio. Euro. Ein EBITDA-Niveau von 600 Mio. Euro – wie zwischen 2023 und 2025 – erwartet sie erst 2028, wenn die Einsparungen aus „Simplify“ wirken.

Zum operativen Bild passt auch der Segmentmix aus dem Quartal: Opto Semiconductors erzielte 330 Mio. Euro Umsatz bei 21,9% Marge, CMOS Sensors & ASICs 265 Mio. Euro bei 16,1%. Nach Endmärkten entfielen 219 Mio. Euro auf Automotive, 175 Mio. Euro auf Industrial & Medical und 202 Mio. Euro auf Consumer.

Unterm Strich liefert 2025 bessere Cashflow- und Entschuldungsdaten, während der Ausblick für Q1/2026 mit 710–810 Mio. Euro Umsatz und 13,5–16,5% EBITDA-Marge die kurzfristigen Erwartungen spürbar abkühlt – und genau dort setzt auch die Herabstufung der Deutschen Bank inklusive EBITDA-Senkung auf 466 Mio. Euro für 2026 an.

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