Amazon Aktie: Analysten setzen auf 2026
Amazon startet ins neue Jahr mit Rückenwind von der Wall Street. Mehrere große Investmentbanken haben den Titel zu ihren Favoriten für 2026 erklärt – trotz eines vergleichsweise schwachen Abschneidens im Jahr 2025. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Cloud-Sparte AWS, das Werbegeschäft und der massive Ausbau der KI-Infrastruktur.
Wall Street rückt näher zusammen
Gleich mehrere Häuser haben Amazon für 2026 weit oben auf ihre Empfehlungslisten gesetzt. Evercore ISI-Analyst Mark Mahaney sieht rund 50 % Kurspotenzial. Seine Begründung:
- wieder anziehendes Wachstum bei AWS
- steigende Nachfrage nach Amazons eigenen Trainium-KI-Chips
- kräftig wachsende Werbeerlöse
- der Start der überarbeiteten Sprachassistenz Alexa+
Mahaney beschreibt Amazon als „hochwertigen Wachstumswert“ mit einem geschätzten jährlichen Gewinnwachstum von 25 %, zweistelligem Umsatzplus, steigenden operativen Margen und deutlich anziehendem freien Cashflow in den kommenden zwei Jahren.
Auch TD Cowen hat Amazon zu seinem Top-Mega-Cap im Internetsektor für 2026 erklärt. Das Haus nennt drei Haupttreiber: eine anhaltende Beschleunigung des AWS-Wachstums, mehr Dynamik im E-Commerce- und Werbegeschäft sowie Margenverbesserungen vor allem durch Werbung. Besonders das Anzeigenbusiness gilt dort als unterschätzt. Prime Video mit ausgebauten Live-Sport-Rechten – darunter Thursday Night Football und ein NFL-Playoff-Spiel im Januar – könnte sich laut TD Cowen zu einem wichtigen Motor für die Werbesparte entwickeln.
JPMorgan-Analyst Doug Anmuth sieht etwa 30 % Aufwärtspotenzial und hebt den siebenjährigen Cloud-Deal mit OpenAI im Volumen von 38 Milliarden US‑Dollar als möglichen zusätzlichen Wachstumsschub hervor. In seiner Einschätzung ist Amazon der „am breitesten diversifizierte Mega-Cap“ über Umsätze und Gewinne hinweg – mit mehreren großen Wachstumsfeldern, gemischter Anlegerstimmung und einer im Vergleich zur Vergangenheit attraktiven Bewertung.
Das Bild der Analysten ist ausgesprochen einheitlich: 96 % der 67 beobachtenden Häuser stufen die Aktie als Strong Buy oder Buy ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 295 US‑Dollar und impliziert damit klar zweistelliges Potenzial gegenüber dem aktuellen Niveau. Der Schlusskurs von gestern lag bei 231,04 US‑Dollar, nur knapp unter dem 52‑Wochen-Hoch von 233,20 US‑Dollar Anfang Februar.
2025: Unterperformance trotz operativer Fortschritte
Trotz der positiven Perspektiven war 2025 an der Börse eher ein verhaltenes Jahr für Amazon. Die Aktie legte bis Ende Dezember nur etwa 6 % zu und blieb damit deutlich hinter dem S&P 500 mit rund 18 % Rendite zurück. Auch gegenüber anderen Tech-Schwergewichten aus der „Magnificent Seven“ hinkte der Titel hinterher.
Belastend wirkten vor allem Sorgen, dass Azure und Google Cloud bei den Wachstumsraten an AWS vorbeiziehen könnten. Hinzu kamen zollbedingte Belastungen in den Handelsmargen, die das klassische Retailgeschäft unter Druck setzten.
Ein Wendepunkt könnte das dritte Quartal 2025 gewesen sein. Dort beschleunigte AWS sein Umsatzwachstum wieder auf 20 % – das schnellste Tempo seit 2022. Die Cloud-Sparte erzielte 33 Milliarden US‑Dollar Umsatz und stand damit zwar nur für 18 % der Konzern-Erlöse (180 Milliarden US‑Dollar), lieferte aber 65 % des operativen Ergebnisses. Gleichzeitig wuchs das Werbegeschäft im dritten Quartal um 22 % im Jahresvergleich.
Auf Bewertungsebene wirkt der Konzern im historischen Vergleich zurückhaltender bepreist: Das erwartete KGV liegt bei 28,9 und damit deutlich unter dem Fünfjahresschnitt von 44,3. Der AWS-Auftragsbestand beträgt 200 Milliarden US‑Dollar – eine stattliche Grundlage für weiteres Wachstum.
Massive KI-Investitionen und Logistik-Offensive
Parallel zu den positiven Analystenkommentaren treibt Amazon seine Infrastruktur-Offensive voran. Der Konzern plant, die Kapazität seiner Rechenzentren bis 2027 zu verdoppeln. Allein in den ersten neun Monaten 2025 beliefen sich die Investitionen auf 92 Milliarden US‑Dollar, nach 55 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Ein begrenzender Faktor bleibt dabei die Verfügbarkeit von Strom, an der weitere Ausbauschritte hängen.
Im Kerngeschäft E‑Commerce setzt das Unternehmen zunehmend auf Geschwindigkeit. Die taggleiche Lieferung verderblicher Waren ist inzwischen in mehr als 2.300 US-Städten verfügbar, eine weitere Ausweitung ist für 2026 vorgesehen. Kostenlose Same-Day-Lieferung für Lebensmitteleinkäufe ab 25 US‑Dollar verdeutlicht den Anspruch, im Lebensmittelbereich direkter mit Walmart zu konkurrieren.
Nicht jede Innovation verläuft allerdings reibungslos. Am 28. Dezember gab Amazon bekannt, die kommerziellen Drohnenlieferungen in Italien einzustellen. Als Begründung nannte das Unternehmen ungünstige regulatorische Rahmenbedingungen. Gleichzeitig bekräftigte der Konzern sein Engagement für Drohnenprojekte in den USA und Großbritannien, wo der Service auf Städte wie Waco, San Antonio und Pontiac ausgeweitet wurde.
Ausblick auf das Jahr 2026
Der nächste große Test steht mit den Zahlen für das vierte Quartal 2025 an, die für den 29. Januar 2026 angekündigt sind. Der Marktkonsens rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 1,95 US‑Dollar nach 1,86 US‑Dollar im Vorjahresquartal. Entscheidend für die Bewertung im Jahr 2026 wird sein, ob Amazon die neue KI-Infrastruktur schnell genug ans Netz bringt, um die Unternehmensnachfrage zu bedienen und gleichzeitig das AWS-Wachstum nachhaltig über der Marke von 20 % zu halten.
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