Der iShares MSCI World ETF (URTH) hat am Freitag seine vierteljährliche Neugewichtung abgeschlossen – mit einer klaren Tendenz: 27 Unternehmen fliegen raus, nur 18 kommen neu hinzu. Die Stoßrichtung ist eindeutig: mehr KI-Hardware und Satellitenkommunikation, weniger Breite.

Ungleichgewicht mit System

Die Neuaufstellung ist bewusst asymmetrisch. Besonders deutlich wird das am US-Markt: Dort stehen lediglich acht Neuzugänge 15 Abgängen gegenüber. Die neue Zusammensetzung gilt ab Montag, dem 2. März 2026.

Zu den größten Neuzugängen nach Marktkapitalisierung zählen laut MSCI AST SpaceMobile, Coherent Corp und FTAI Aviation. Weitere US-Titel im Index sind künftig Casey's General Stores, Curtiss-Wright, Lumentum Holdings, IREN und Revolution Medicines.

Auf der anderen Seite verlassen prominente Namen wie DocuSign und Paycom Software den Index – beide haben die erforderlichen Schwellenwerte bei der Marktkapitalisierung unterschritten. Auch Booz Allen Hamilton und Baxter International gehören zu den Ausscheiden.

Letzte Anpassung vor dem Systemwechsel

Diese Neugewichtung ist die letzte nach den bisherigen Regeln. Im Mai steht eine grundlegende Überarbeitung der Index-Methodik an. MSCI hatte angekündigt, in diesem Zyklus nur "signifikante" Anpassungen beim Streubesitz vorzunehmen, um unnötige Gegengeschäfte während der Übergangsphase zu vermeiden.

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Parallel dazu hat der Indexanbieter bestätigt, dass Unternehmen mit digitalen Vermögenswerten vorerst nicht ausgeschlossen werden. Eine breitere Konsultation zur Behandlung solcher Firmen ist geplant.

Mechanischer Kaufdruck trifft auf weniger Titel

Das Handelsvolumen in URTH lag zuletzt bei 486.410 Aktien – deutlich über dem Durchschnitt von 279.650. Die erhöhte Aktivität deutet darauf hin, dass sich institutionelle Investoren bereits im Vorfeld der offiziellen Umsetzung positioniert haben.

Die Asymmetrie der Neugewichtung hat eine konkrete Folge: Der kollektive Kaufdruck der ETFs konzentriert sich auf nur 18 Titel, während sich der Verkaufsdruck auf 27 Namen verteilt. Das kann gerade bei kleineren Neuzugängen wie AST SpaceMobile – einem Unternehmen ohne nennenswerte Umsätze, aber hohem Kapitalbedarf – zu temporären Preisverzerrungen führen.

Fundamentale Ausrichtung bleibt

Trotz der Anpassungen ändert sich am grundlegenden Charakter des Fonds wenig. Die größten Positionen bleiben US-Tech-Giganten wie Nvidia, Apple, Microsoft, Amazon und Alphabet. Über ein Viertel des Fondsvermögens steckt im Technologiesektor.

Der Fonds verwaltet ein Nettovermögen von 6,57 Milliarden US-Dollar, weist ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24,60 auf und kommt mit einer Kostenquote von 0,24 Prozent. Morningstar vergibt eine Bronze-Bewertung.

Blick nach vorne

Mit der Mai-Revision dürfte die nächste, umfangreichere Portfolioumschichtung anstehen. Bis dahin wird sich zeigen, ob die stärkere thematische Fokussierung auf KI und Raumfahrt die geringere Titelanzahl kompensiert. Die geldpolitische Ausrichtung der Fed bleibt der dominierende Makrofaktor – Schwellenländer wie China oder Indien sind im MSCI World weiterhin nicht enthalten.

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