Adidas Aktie: RBC wird vorsichtig
RBC Capital Markets tritt beim Sportartikelriesen Adidas auf die Bremse. Die kanadische Bank sieht die Konsensschätzungen für 2026 als zu optimistisch und dämpft damit die Hoffnungen auf eine schnelle Fortsetzung der Kurserholung – kurz bevor entscheidende Geschäftszahlen anstehen. Wie eng wird es damit für die aktuelle Erwartungshaltung?
RBC-Downgrade im Detail
Am 23. Januar hat RBC die Einstufung für die Adidas-Aktie von „Outperform“ auf „Sector Perform“ gesenkt. Die Botschaft: Im Branchenvergleich traut die Bank dem Titel kurzfristig kein überdurchschnittliches Abschneiden mehr zu.
Kern der Begründung:
- Die Konsensschätzungen für das Geschäftsjahr 2026 gelten als zu hoch
- Daraus leitet RBC erhöhte Prognoserisiken ab
- Trotz als attraktiv eingeschätzter Bewertung sieht die Bank aktuell wenig konkrete Auslöser für deutliche Kurssteigerungen
Damit stellt sich RBC gegen das Narrativ einer ungebremsten Erholung im Sportswear-Sektor. Die Herabstufung zielt weniger auf eine dramatische Verschlechterung der Lage, sondern eher auf eine Normalisierung der Erwartungen ab.
Chartseitig spiegelt sich die Vorsicht bereits wider: Gestern schloss die Aktie bei 146,70 Euro und liegt damit rund 44 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 261 Euro. Zum jüngsten 52-Wochen-Tief bei 143,75 Euro ist der Abstand mit gut 2 % allerdings gering – von einer klaren Trendwende kann also noch keine Rede sein.
Belastendes Umfeld für Sportartikel
Die RBC-Entscheidung fällt nicht im luftleeren Raum. Das Marktumfeld für Sportartikelhersteller bleibt anspruchsvoll:
- In wichtigen Regionen wie China verändern sich Konsumtrends, teils zulasten klassischer Marken
- Ein Branchen-Überangebot drückt auf Preise und Margen
- In Deutschland hat sich die Verbraucherstimmung zuletzt eingetrübt
Der Konsumklima-Indikator für Januar 2026 zeigte einen deutlichen Rückgang. Steigende Sparneigung schränkt die Bereitschaft ein, für Sportmode und Sneaker tief in die Tasche zu greifen. Für Adidas bedeutet das: Selbst starke Markenpower trifft derzeit auf zurückhaltendere Kunden.
Technisch ist der Titel ebenfalls angeschlagen: Der Kurs liegt mehr als 10 % unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 163,08 Euro und sogar rund 19 % unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 181,32 Euro. Der 14-Tage-RSI von 41,1 signalisiert zwar keinen extrem überverkauften Zustand, unterstreicht aber das schwächere Momentum der vergangenen Monate.
Blick auf die nächsten Termine
Vor diesem Hintergrund rücken die anstehenden Unternehmenszahlen in den Mittelpunkt. Sie werden zum Gradmesser, ob die von RBC angesprochenen hohen Erwartungen für 2026 realistisch sind oder nach unten angepasst werden müssen.
Wichtige Termine im Überblick:
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- März 2026: Veröffentlichung der Ergebnisse für das Gesamtjahr 2025
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- April 2026: Zahlen zum ersten Quartal 2026
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- Mai 2026: Ordentliche Hauptversammlung
Die Jahreszahlen Anfang März dürften erstmals ein umfassendes Bild liefern, wie Adidas aus 2025 herauskommt und mit welchem Ausblick das Management in das laufende Jahr startet. Spannend wird insbesondere, ob der Ausblick für 2026 die derzeitigen Konsensschätzungen bestätigt oder eher stützt, was RBC nun anmahnt.
Fazit: Erwartungen vor Bewährungsprobe
Die Adidas-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten mit einem Minus von über 40 % deutlich an Wert verloren und notiert nur knapp über ihrem jüngsten Jahrestief. Das Downgrade von RBC nimmt vor allem die ambitionierten Gewinnschätzungen ins Visier und verweist auf fehlende kurzfristige Impulse in einem schwierigen Konsumumfeld.
Entscheidend wird nun, welche Signale das Unternehmen am 4. März mit den Jahreszahlen 2025 und dem Ausblick für 2026 sendet. Bestätigt das Management die hohen Erwartungen, könnte das die skeptischeren Stimmen einbremsen. Fällt der Ausblick hingegen vorsichtiger aus, dürfte die von RBC skizzierte Zurückhaltung zusätzlichen Rückenwind bekommen.
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