Volkswagen steht vor einem strategischen Wendepunkt. Während der Konzern in China seine Elektro-Marke Jetta als eigenständige Tochter neu aufstellt, nehmen Spekulationen um einen Milliarden-Verkauf konkrete Züge an. Mehrere Private-Equity-Gesellschaften sollen bereits an einem Gebot für die Schwerdiesel-Tochter Everllence arbeiten – ein Deal, der dem Konzern dringend benötigtes Kapital für die E-Transformation verschaffen würde.

Die wichtigsten Fakten:

  • Private-Equity-Riesen EQT, CVC und Advent bereiten angeblich Gebot für Everllence vor
  • Geschätzter Wert der ehemaligen MAN Energy Solutions: 5-6 Milliarden Euro
  • Jetta-Joint Venture in China nimmt operativen Betrieb auf
  • Erstes Elektrofahrzeug für Q3/2026 angekündigt
  • Aktie schloss am Freitag bei 101,40 Euro (-1,7%)

Milliarden-Deal nimmt Konturen an

Die Gerüchte um einen Verkauf von Everllence sind nicht neu, erhalten durch die Nennung konkreter Interessenten jedoch eine neue Qualität. Laut Medienberichten sollen die Private-Equity-Gesellschaften EQT, CVC und Advent ein gemeinsames oder konkurrierendes Angebot für die Schwerdiesel-Tochter vorbereiten. Der geschätzte Unternehmenswert von fünf bis sechs Milliarden Euro würde Volkswagen erheblichen finanziellen Spielraum für die milliardenschweren Investitionen in Elektrifizierung und Digitalisierung verschaffen.

Ein solcher Verkauf fügt sich nahtlos in die vom Konzern ausgerufene Strategie ein, die Unternehmensstruktur zu verschlanken und Kapital für die Transformation zu mobilisieren. Die ehemalige MAN Energy Solutions ist im Bereich schwerer Schiffsdiesel tätig – ein Geschäftsfeld, das nicht zum Kerngeschäft der Fahrzeugproduktion zählt.

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China-Offensive nimmt Fahrt auf

Parallel zu den Verkaufsspekulationen meldete Volkswagen operative Fortschritte aus dem strategisch wichtigen chinesischen Markt. Das Joint Venture FAW Volkswagen Jetta Automotive Technology Co Ltd nahm am 14. Januar offiziell als eigenständige Tochtergesellschaft den Betrieb auf. Die Neustrukturierung soll der Marke Jetta mehr lokale Entwicklungs- und Entscheidungskompetenz verleihen – eine direkte Reaktion auf den scharfen Wettbewerb mit rein chinesischen Herstellern.

Für das dritte Quartal 2026 plant Jetta die Vorstellung eines ersten reinen Elektrofahrzeugs, dessen Markteinführung im vierten Quartal folgen soll. Volkswagen will damit seine Position im Segment intelligenter Elektrofahrzeuge stärken und den Anschluss an die lokale Konkurrenz nicht verlieren.

Aktie unter Druck

Die Nachrichtenlage konnte der Volkswagen-Vorzugsaktie am Freitag keine Impulse verleihen. Das Papier gab im Handelsverlauf nach und schloss bei 101,40 Euro, womit auch die technisch relevante 50-Tage-Linie nach unten durchbrochen wurde. Aus charttechnischer Sicht wird es nun entscheidend, ob die psychologisch wichtige Marke von 100 Euro verteidigt werden kann.

Die Analystenfront zeigt sich mehrheitlich positiv. Bank of America und Citigroup bekräftigten zuletzt ihre Kaufempfehlungen, während Bernstein Research am 14. Januar mit "Market-Perform" etwas vorsichtiger agiert. Am 10. März 2026 folgen die finalen Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2025, die detailliert Aufschluss über die operative Entwicklung zum Jahresende geben werden.

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