Volkswagen Aktie: Kooperationsmöglichkeiten ausloten
Volkswagen zieht den Konzernumbau gleichzeitig an mehreren Stellschrauben an: Der Verkauf der Dieselsparte Everllence läuft überraschend gut, Tarifabschlüsse bringen Ruhe in zentrale Standorte – und am 10. März folgt der Zahlencheck für 2025. Genau dort muss sich zeigen, ob die Strategie auch im Ergebnis greift.
Everllence-Verkauf: Mehr als nur ein Randthema
Ausgerechnet die Schwerdiesel-Tochter Everllence liefert derzeit das klarste Signal. Laut Reuters liegen Gebote vor, die Everllence inklusive Schulden mit rund 8 Milliarden Euro bewerten. Das liegt mehr als 1 Milliarde Euro über früheren Analystenschätzungen; die Deutsche Bank hatte im Dezember eine Spanne von 5 bis 7 Milliarden Euro für realistisch gehalten.
In der zweiten Runde stehen demnach sechs Private-Equity-Häuser: Blackstone, Bain Capital, Brookfield, CVC, Advent und EQT. Verbindliche Gebote werden innerhalb der nächsten sechs Wochen erwartet. Volkswagen will 30 bis 40% an Everllence behalten.
Strategisch passt das ins Bild: Volkswagen will die Kosten bis Ende 2028 markenübergreifend um 20% senken und das Portfolio straffen. Ein Verkauf zu einer höheren Bewertung würde nicht nur Milliarden freisetzen, sondern auch Komplexität aus dem Konzern nehmen – und damit den Spielraum für Elektrifizierung und neue Modelle vergrößern.
Tarifabschlüsse: Mehr Planbarkeit für die Transformation
Parallel sichert sich Volkswagen operative Stabilität über neue Tariflinien.
Bei PowerCo gibt es für rund 2.000 Beschäftigte in Salzgitter eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 (gültig ab 1. März). Der Standort ist ein zentraler Baustein der Batteriepläne: Seit Dezember läuft dort die Produktion der Einheitszelle, über 1 Milliarde Euro sei bereits investiert worden.
In den USA ratifizierte die Gewerkschaft UAW im Werk Chattanooga den ersten Tarifvertrag mit 96% Zustimmung. Für rund 3.000 Beschäftigte sieht er bis 2030 eine kumulierte Lohnerhöhung von 21,6%, einen Ratifizierungsbonus von 4.000 Dollar sowie jährliche Boni vor.
10. März: Der harte Zahlencheck – und der Druck bleibt sichtbar
Am 10. März 2026 veröffentlicht Volkswagen den Jahres- und Konzernbericht 2025 vollständig. Der Kontext aus den ersten neun Monaten 2025 zeigt, warum dieser Termin so wichtig wird: Bei 238,7 Milliarden Euro Umsatz lag das operative Ergebnis bei 5,4 Milliarden Euro – 58% unter Vorjahr, die operative Marge bei 2,3%. Belastend wirkten 7,5 Milliarden Euro Sondereffekte; bereinigt lag die operative Konzernmarge bei 5,4%. Für das Gesamtjahr 2025 stellt der Konzern Umsatz auf Vorjahresniveau und eine operative Rendite von 2,0 bis 3,0% in Aussicht.
Auch der Aktienkurs spiegelt den angespannten Mix aus Umbau, Kosten- und Ergebnisfragen: Der Schlusskurs von gestern (Dienstag) lag bei 94,52 Euro, in den letzten 30 Tagen ging es um 8,32% abwärts. Der RSI (14 Tage) liegt bei 27,8, was den zuletzt deutlich überverkauften Eindruck unterstreicht.
Bei den Auslieferungen zeigt sich ein zweigeteiltes Bild: Die Marke Volkswagen kam 2025 auf rund 4,73 Millionen Fahrzeuge (–1,4%). Gleichzeitig legten vollelektrische Auslieferungen global um über 30% zu, in Europa sogar um über 60%; der BEV-Anteil stieg von 8 auf 11%. Gegenwind kam aus Asien-Pazifik (–6,5%), vor allem aus China (–8,0%), während Südamerika mit +11,6% wuchs.
Eine offene, aber zentrale Leitfrage bis zum 10. März lautet damit: Kann Volkswagen den Umbau in bessere Margen übersetzen – oder bleibt es vorerst bei Fortschritten auf der Strukturseite? Der Bericht und der Ausblick für 2026 werden genau das einordnen müssen, auch vor dem Hintergrund möglicher Portfolio-Schritte wie Everllence.
Zum Fahrplan: Nach dem Geschäftsbericht am 10. März 2026 folgt am 18. Juni 2026 die virtuelle Hauptversammlung (inklusive Dividendenabstimmung), am 24. Juli 2026 der Halbjahresfinanzbericht. Bis dahin dürfte vor allem das Zusammenspiel aus Verkaufserlös-Potenzial bei Everllence, Kostensenkungsagenda und dem 2026er-Ausblick die Stimmung rund um die Volkswagen-Aktie prägen.
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