Volkswagen Aktie: Markteinschätzungen
Volkswagen schwenkt in den USA radikal um – und das ausgerechnet bei der Marke, die den amerikanischen Markt zurückerobern sollte. Scout Motors, die ambitionierte E-Offensive des Konzerns, wird zum Hybrid-Projekt. Der Grund: Die Kunden wollen es so.
Über 80 Prozent der Vorbesteller entscheiden sich gegen die reine Elektrovariante. Was bedeutet das für VWs milliardenschwere Wette auf den US-Markt? Und warum könnte dieser Rückzieher ausgerechnet jetzt die richtige Entscheidung sein?
Die Zahlen lügen nicht: Amerika will Hybrid
Die Botschaft aus South Carolina ist eindeutig. Von den Interessenten für die Scout-Modelle "Traveler" (SUV) und "Terra" (Pickup) favorisiert die überwältigende Mehrheit die Variante mit Range Extender. Diese Hybrid-Lösung nutzt einen Verbrennungsmotor als Generator, der die Batterie während der Fahrt auflädt – Reichweite: über 800 Kilometer. Die reine E-Version schafft gerade mal 560 Kilometer.
CEO Scott Keogh und sein Team ziehen die Konsequenzen. Der Produktionsstart 2027 wird nun mit klarem Fokus auf die EREV-Technologie vorbereitet. Das 2-Milliarden-Dollar-Werk muss dafür umgerüstet werden – komplexere Antriebsstränge statt reiner Batterie-Power.
Die Gründe für den Strategieschwenk:
- Amerikanische Truck- und SUV-Käufer scheuen die Reichweitenangst
- Anhängelasten und lange Distanzen erfordern Flexibilität
- Politische Unsicherheit über künftige E-Auto-Subventionen
- Wettbewerber wie Ford und GM haben E-Ziele bereits kassiert
Pragmatismus oder Kapitulation?
Nach dem Dieselskandal hatte VW das "Zero Emission"-Image mühsam aufgebaut. Jetzt dieser Schwenk – verwässert das nicht die gesamte Elektro-Strategie?
Die Antwort liegt in der brutalen Realität der Zahlen. Im dritten Quartal 2025 verbuchte Volkswagen erstmals seit der Pandemie operative Verluste in Kernbereichen. Der chinesische Markt schwächelt, Europa stagniert. Der Erfolg in den USA ist für den Konzern nicht mehr nur wünschenswert – er ist existenziell.
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Analysten hatten bereits gewarnt: Eine sture "Electric Only"-Strategie im aktuellen US-Politklima wäre hochriskant. Mit möglichen Kürzungen bei Steuergutschriften für E-Autos würde VW komplett am Markt vorbei produzieren. Der Hybrid-Ansatz mindert dieses Risiko erheblich.
Die Flexibilität, die der Konzern hier zeigt, wurde ihm jahrelang abgesprochen. Doch im profitablen Truck-Segment der USA zählt am Ende nicht die Ideologie, sondern der Absatz.
Was kommt auf die Aktie zu?
Zum Handelsstart am Montag dürfte die Nachricht gemischte Reaktionen auslösen. Kurzfristig könnten Investoren die steigenden Entwicklungskosten für die duale Plattform kritisch sehen – sowohl BEV als auch EREV zu produzieren, ist teurer und komplexer.
Mittelfristig jedoch erhöht sich die Erfolgschance dramatisch. Scout kann nun tatsächlich relevante Marktanteile im lukrativen US-Markt erobern, statt als Nischenprodukt zu versanden.
Die Aktie notiert aktuell bei 98,10 Euro – rund 11 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 109,95 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 12,47 Prozent zu Buche. Doch die technische Lage bleibt angespannt. Der RSI von 27,8 deutet auf überverkaufte Bedingungen hin.
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