Gerresheimer Aktie: BaFin eskaliert
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht schraubt den Druck auf Gerresheimer massiv nach oben. Zwei parallele Prüfungen laufen mittlerweile, der Jahresabschluss bleibt verschoben – und die Aktie hat ein 10-Jahres-Tief erreicht. Was zunächst wie ein isoliertes Bilanzierungsproblem aussah, entwickelt sich zur handfesten Vertrauenskrise.
Aufsicht weitet Untersuchungen aus
Die BaFin hat dem Pharmaverpackungsspezialisten mitgeteilt, ihre laufende Prüfung zu erweitern und eine zusätzliche einzuleiten. Neben dem Geschäftsbericht 2023/24 gerät nun auch der Zeitraum vom 1. Dezember 2024 bis zum 31. Mai 2025 ins Visier. Die Aufseher haben „konkrete Anhaltspunkte" für weitere Fehler im Abschluss 2023/24 gefunden.
Im Fokus stehen potenziell falsch ausgewiesene Leasingverbindlichkeiten von 65,5 Millionen Euro und aktivierte Entwicklungskosten von 29,4 Millionen Euro. Beim Halbjahresbericht 2025 moniert die Aufsicht ein möglicherweise veraltetes Risikoberichtswesen, unterlassene Wertminderungen sowie fehlerhaft erfasste Umsätze aus Bill-and-Hold-Vereinbarungen – bei denen Ware bereits abgerechnet wird, obwohl sie noch nicht übergeben wurde.
Management räumt Richtlinienverstöße ein
Gerresheimer hat eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Untersuchung der Umsatzrealisierung und Bilanzierung für die Geschäftsjahre 2024 und 2025 beauftragt. Nach Unternehmensangaben haben einzelne Mitarbeiter interne Richtlinien und Rechnungslegungsvorschriften verletzt. Die Korrekturen betreffen hauptsächlich die Umsatzrealisierung und die Bewertung von Vorräten.
Der ursprünglich für den 26. Februar geplante Jahresabschluss bleibt auf unbestimmte Zeit verschoben. Der damalige CEO Dietmar Siemssen und CFO Bernd Metzner mussten bereits ihre Posten räumen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gerresheimer?
Wertminderungen belasten Ergebnis
Das Unternehmen erwartet für 2025 nicht zahlungswirksame Abschreibungen zwischen 220 und 240 Millionen Euro. Hauptursachen liegen bei Sensile Medical in der Schweiz und Gerresheimer Moulded Glass Chicago in den USA. Die EBITDA-Marge wurde von ursprünglich 18,5 bis 19,0 Prozent auf 16,5 bis 17,5 Prozent nach unten korrigiert.
Als strategische Reaktion hat das Management die US-Tochter Centor zur Disposition gestellt, um die Verschuldung zu reduzieren. Das internationale Glasgeschäft Moulded Glass wird 2026 dagegen nicht mehr verkauft.
Durststrecke im ersten Halbjahr
Für das Geschäftsjahr 2026 peilt Gerresheimer einen Umsatz zwischen 2,3 und 2,4 Milliarden Euro an sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent. Das neue Management erwartet allerdings ein schwächeres erstes Halbjahr, bevor eine Stabilisierung einsetzen soll. Der nächste Quartalsbericht folgt am 16. April 2026, die Hauptversammlung ist für den 3. Juni angesetzt. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz prüft derweil Schadenersatzansprüche und fordert betroffene Anleger auf, sich zu melden.
Gerresheimer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gerresheimer-Analyse vom 3. März liefert die Antwort:
Die neusten Gerresheimer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gerresheimer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gerresheimer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








