Voestalpine Aktie: EU-Regeln treiben
Die Voestalpine-Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten im Kurs verdoppelt. Haupttreiber sind tiefgreifende Veränderungen im europäischen Stahlmarkt durch den seit Jahresbeginn vollständig aktiven EU-CO2-Grenzausgleich CBAM. Hinzu kommen robuste Halbjahreszahlen, mehrere Analysten-Upgrades und ein wachstumsstarkes Railway-Geschäft – trotz operativer Belastungen durch Restrukturierungen.
EU-Handelsschutz stärkt Wettbewerbslage
Mit dem Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) müssen Stahlimporteure seit 1. Januar 2026 CO₂-Zertifikate zu europäischen Preisen erwerben.
Die Folgen in Zahlen:
- Zusätzliche Importkosten: rund 40 bis 70 Euro pro Tonne Stahl
- Klarer Kostenvorteil für EU-Hersteller gegenüber Anbietern aus China und der Türkei
Ab Juli 2026 verschärft die EU den Schutz zusätzlich:
- Importquoten werden um 50 % auf 18,3 Millionen Tonnen gesenkt
- Zölle auf Importe außerhalb dieser Quoten steigen von 25 % auf 50 %
Diese Kombination aus CO₂-Kosten, Quotenreduzierung und höheren Zöllen dürfte die Auslastung europäischer Werke deutlich verbessern – ein struktureller Rückenwind, von dem Voestalpine profitiert.
Analysten sehen steigendes Ertragspotenzial
Die veränderte Marktposition spiegelt sich in einer Reihe von Hochstufungen wider:
- JPMorgan: Upgrade auf „Overweight“, Kursziel 40,60 Euro
- UBS: Hochstufung auf „Buy“, Fair Value 43 Euro
- Morgan Stanley: „Overweight“ mit Kursziel 40,70 Euro
- Deutsche Bank: „Buy“-Einstufung bestätigt
Bei den Ergebniserwartungen ziehen die Häuser die Schätzungen deutlich an:
- JPMorgan erwartet beim EBITDA ein Plus von rund 15 % für 2026 und 35 % für 2027
- UBS erhöht das EBITDA für die kommenden drei Geschäftsjahre um 6 %, 21 % und 29 %
- Für die Stahldivision allein hebt UBS die Prognosen sogar um 25 %, 53 % und 72 % an
Damit rückt für viele Analysten ein deutlich höheres Ergebnisniveau in Reichweite, unterstützt durch den regulatorischen Rückenwind.
Halbjahreszahlen stützen den Aufwärtstrend
Operativ liefert der Konzern die Basis für den Kursanstieg. Im ersten Halbjahr 2025/26 wurden folgende Kennzahlen erzielt:
- Nettogewinn: 199 Mio. Euro (+8,6 % gegenüber Vorjahr)
- EBITDA: 722 Mio. Euro (+0,6 %)
- Free Cash Flow: 296 Mio. Euro
- Gearing Ratio: 19,5 % – niedrigster Wert seit 2006/07
Im zweiten Quartal lag das EBITDA bei 361 Mio. Euro und damit 7 bis 8 % über den Markterwartungen. Der starke Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft ermöglichte eine Anhebung der Jahresprognose für den Free Cash Flow von 300 auf 350 Mio. Euro.
Finanziell präsentiert sich der Konzern damit solide, mit weiter sinkender Verschuldung und besser als erwarteter Profitabilität.
Restrukturierung dämpft kurzfristig
Trotz des günstigen Marktumfelds arbeitet Voestalpine an der Kostenseite.
Wesentliche Maßnahmen:
- Abbau von rund 340 Stellen
- Rücknahme von Schichtbetrieben an den Standorten Kindberg und Mürzzuschlag
Hintergrund sind US-Zölle auf Stahlimporte sowie anhaltend niedrige Ölpreise, die das Tubulars-Geschäft belasten.
In Summe ging die Mitarbeiterzahl im Halbjahr um 4,1 % auf 49.600 zurück. Gründe sind neben der Restrukturierung der Verkauf von Buderus Edelstahl sowie Reorganisationsmaßnahmen in der Automotive-Sparte. Diese Schritte wirken kurzfristig belastend, sollen aber die Effizienz in schwächeren Bereichen erhöhen.
Railway Systems als Stabilitätsanker
Ein klarer Lichtblick ist das Segment Railway Systems. Im ersten Halbjahr 2025/26 erzielte die Sparte:
- Umsatz: 1,15 Mrd. Euro
- EBITDA-Marge: 10,6 %
Die Nachfrage ist in allen wichtigen Märkten robust.
Ein zentraler Meilenstein war die Eröffnung der Koralmbahn im Dezember 2025. Voestalpine lieferte dafür Premium-Schienen, Weichen, Befestigungssysteme sowie Signal- und Sicherheitstechnik. Das unterstreicht die Bedeutung des Railway-Geschäfts als verlässliche Ertragsquelle mit langfristig orientierten Infrastrukturprojekten.
Ausblick und entscheidende Marken
Der Vorstand bestätigt für das Geschäftsjahr 2025/26 eine EBITDA-Spanne von 1,40 bis 1,55 Mrd. Euro. Die nächsten Quartalszahlen am 11. Februar 2026 werden zeigen, ob sich die von Analysten erwartete Margenverbesserung wie prognostiziert fortsetzt.
Aus charttechnischer Sicht bleibt das 52-Wochen-Hoch bei 39,35 Euro eine zentrale Marke. Fundamental stützen CBAM-Effekte, verbesserte Ergebnisprognosen und ein starkes Railway-Segment das aktuelle Bewertungsniveau.
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