Valneva Aktie: Risiko fokussiert
Valneva hat seinen Chikungunya-Impfstoff IXCHIQ in den USA überraschend aus dem Zulassungsprozess genommen – und damit das Vertrauen vieler Anleger spürbar erschüttert. Der Schritt trifft das Biotech-Unternehmen ausgerechnet in einem Markt, der als wesentliche Umsatzquelle eingeplant war. Nun richtet sich der Blick fast vollständig auf ein einziges Projekt: den Borreliose-Impfstoffkandidaten VLA15.
Heute notiert die Aktie bei rund 4,06 Euro und liegt damit etwa 21 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch. Trotz eines deutlichen Anstiegs gegenüber dem 52‑Wochen-Tief von 2,28 Euro bleibt die Situation angespannt: Die Neubewertung des Geschäftsmodells ist in vollem Gange.
Zulassungsrückzug in den USA als Wendepunkt
Auslöser der aktuellen Entwicklung ist der freiwillige Rückzug der US-Zulassungsanträge für IXCHIQ. Am 19. Januar 2026 zog Valneva sowohl die Biologics License Application (BLA) als auch den Investigational New Drug (IND) Antrag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA zurück.
Zuvor hatte die FDA den IND-Antrag wegen eines neu gemeldeten schwerwiegenden unerwünschten Ereignisses auf „clinical hold“ gesetzt. Ein solcher Stopp bedeutet, dass klinische Aktivitäten zunächst nicht fortgeführt werden dürfen. Für ein Vakzin, das in den USA als wichtiger Wachstumstreiber vorgesehen war, ist das ein gravierender Einschnitt.
Der komplette Rückzug eines laufenden Zulassungsverfahrens sendet ein deutliches Signal: Die regulatorischen und möglicherweise sicherheitsrelevanten Hürden sind erheblich. Entsprechend stark fiel die Reaktion am Markt aus, zumal sich die Umsatzperspektiven für IXCHIQ im wichtigsten Pharmamarkt damit vorerst erledigt haben.
Fokus auf VLA15 – Konzentration auf ein Projekt
Mit dem Wegfall der US-Perspektive für IXCHIQ verschiebt sich der Schwerpunkt der Erwartungen nun fast vollständig auf VLA15, den Borreliose-Impfstoffkandidaten, der gemeinsam mit Pfizer entwickelt wird. Dieses Programm ist nun der zentrale Werttreiber in der Pipeline.
Die entscheidenden Phase‑3‑Daten für VLA15 werden im Laufe des Jahres 2026 erwartet. Bis dahin dürfte der Kurs besonders empfindlich auf jede Nachricht rund um Studiendesign, Rekrutierung, Zwischenanalysen oder regulatorische Signale reagieren. Das Chance-Risiko-Profil bleibt damit klar binär geprägt.
Die Lage in Zahlen
Die aktuelle Situation lässt sich auf einige zentrale Punkte verdichten:
- Aktueller Kurs: 4,06 Euro
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (5,16 Euro): rund -21 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Tief (2,28 Euro): rund +78 %
- Seit 12 Monaten: etwa +78 % Kursplus
- Technisches Bild: Kurs nahe 50‑Tage-Durchschnitt (4,06 Euro), rund 11 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt (3,66 Euro)
- RSI (14 Tage) bei 18,9: signalisiert kurzfristig einen stark überverkauften Zustand
- Volatilität (30 Tage, annualisiert): sehr hoch bei rund 94 %
Diese Daten unterstreichen: Die Aktie schwankt stark, liegt trotz der jüngsten Belastung klar über dem Jahrestief, ist aber technisch kurzzeitig stark angeschlagen.
Marktbewertung und Ausblick
Fundamental und charttechnisch befindet sich der Titel in einer heiklen Phase. Der Rückzug aus dem US-Zulassungsverfahren für IXCHIQ nimmt einen wesentlichen Baustein aus der bisherigen Wachstumsstory. Die früher eingepreisten Umsätze aus dem US-Markt stehen so nicht mehr zur Verfügung, was die bisherigen Erwartungen deutlich nach unten zieht.
Investoren bewerten das Unternehmen daher neu – mit dem klaren Schwerpunkt auf dem erhöhten Pipeline-Risiko. Ohne klaren kommerziellen Pfad für IXCHIQ und mit einer starken Abhängigkeit von einem einzigen klinischen Programm ist die Aktie derzeit hochspekulativ. Entscheidend wird, welche Qualität die Phase‑3‑Daten von VLA15 im Jahr 2026 liefern und ob sie einen tragfähigen Marktstart ermöglichen.
Solange es hier keine positiven, substanziellen Neuigkeiten gibt, bleibt der Druck auf den Kurs voraussichtlich erhöht – auch wenn der extrem niedrige RSI kurzfristig Gegenbewegungen möglich erscheinen lässt.
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