Nach der starken Februar-Rally geht Valneva erst einmal vom Gas. Der jüngste Rücksetzer wirkt weniger wie ein Stimmungsbruch – eher wie ein Realitätscheck nach schnellen Gewinnen und gemischten Signalen aus dem Ausblick. Entscheidend bleibt, ob 2026 operativ ein Übergangsjahr wird oder der nächste klinische Meilenstein die Story wieder antreibt.

Warum der Kurs zuletzt nachgab

Der Titel schloss gestern (Donnerstag) bei 4,70 €. Auf Wochensicht ist die Bewegung mit -0,04% praktisch ein Seitwärtsschritt. Der größere Kontext steckt im Monatsbild: In den vergangenen 30 Tagen steht die Aktie mit +19,47% deutlich höher, seit Jahresanfang sind es +22,46%.

Nach so einem Lauf sind Gewinnmitnahmen nicht ungewöhnlich – zumal technische Indikatoren kurzfristig auf Überdehnung hindeuten: Der RSI (14 Tage) liegt bei 18,9. Gleichzeitig notiert der Kurs klar über den längerfristigen Durchschnitten, etwa rund 12,9% über dem 50‑Tage‑Schnitt (4,16 €) und gut 24,3% über dem 200‑Tage‑Schnitt (3,78 €). Das spricht für einen intakten übergeordneten Trend, aber auch für erhöhte Schwankungsanfälligkeit.

Zahlen 2025 – und ein vorsichtigerer Ausblick

Kurstreiber im Februar waren die vorläufigen, ungeprüften Jahreszahlen 2025 (Veröffentlichung am 19. Februar). Valneva meldete Gesamterlöse von 174,7 Mio. €, davon 157,9 Mio. € aus Produktverkäufen – laut Unternehmen im Rahmen der zuvor kommunizierten Guidance.

Gleichzeitig fiel die Cash-Position zum Jahresende 2025 auf 109,7 Mio. € (nach 168,3 Mio. € Ende 2024). Valneva verwies in diesem Zusammenhang auf eine verbesserte finanzielle Flexibilität durch eine 2025 abgeschlossene Schuldenrefinanzierung.

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Der Blick nach vorn ist allerdings etwas defensiver: Für 2026 stellt das Unternehmen 155 bis 170 Mio. € Gesamterlöse in Aussicht, bei 145 bis 160 Mio. € erwarteten Produktverkäufen – beides unter den vorläufigen 2025er Werten. Begründet wird das mit dem geplanten Auslaufen von Drittanbieterverkäufen, während die eigenen kommerziellen Marken weiter wachsen sollen.

Pipeline als nächster Taktgeber – aber IXCHIQ bleibt ein Thema

Der zentrale Katalysator für 2026 sind laut Valneva die Phase‑3‑Daten der VALOR‑Studie zum Lyme-Impfstoffkandidaten VLA15 (gemeinsam mit Pfizer). Die Daten werden im ersten Halbjahr 2026 erwartet. Kann ein positives Ergebnis die Perspektive über Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren spürbar verändern? Genau darin liegt die Hoffnung, die den Kurs zuletzt mitgetragen hat.

Daneben erwartet Valneva erste Phase‑2‑Daten zum tetravalenten Shigella-Impfstoffkandidaten S4V2, eine Entscheidung zur weiteren Entwicklung soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 fallen.

Belastend bleibt hingegen IXCHIQ: Im Januar 2026 hatte Valneva den Rückzug des US‑Zulassungsantrags (BLA) sowie des IND‑Antrags bei der FDA bekanntgegeben, nachdem die Behörde die Lizenz bereits im August 2025 suspendiert hatte. Als Hintergrund wurden schwerwiegende Nebenwirkungen genannt, insbesondere neurologische und kardiale Komplikationen. In mehreren Märkten (u.a. Europa, Kanada, UK, Brasilien) bleibt IXCHIQ zugelassen; in Brasilien läuft seit dem 3. Februar eine Pilot-Impfkampagne mit Instituto Butantan zur Gewinnung von Real‑World‑Daten.

Im Kalender steht als nächster Fixpunkt die Veröffentlichung der geprüften Jahresergebnisse 2025 am 16. März 2026, gefolgt von den Q1‑Zahlen am 7. Mai 2026. Bis dahin dürfte der Markt vor allem abwägen: vorsichtigerer Umsatzrahmen für 2026 auf der einen Seite – und die pipelinegetriebenen Meilensteine im ersten Halbjahr auf der anderen.

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