Der brasilianische Ölkonzern Petrobras hat in den vergangenen sechs Monaten alle großen Wettbewerber hinter sich gelassen – die Aktie legte seit Jahresbeginn knapp 40 Prozent zu. Doch am 5. März steht die Veröffentlichung der Zahlen für das vierte Quartal 2025 an. Anleger fragen sich: Kann die Rally fortgesetzt werden, oder wird das ambitionierte Investitionsprogramm zur Belastung?

Ölpreis und Wechselkurs treiben den Kurs

Der kräftige Anstieg der Petrobras-Aktie speist sich aus mehreren Quellen. Die Brent-Rohölnotierungen kletterten in den vergangenen Monaten über die Marke von 70 Dollar je Barrel. Verantwortlich dafür sind unter anderem die striktere OPEC+-Disziplin, robuste Nachfrage aus Asien und wachsende geopolitische Spannungen zwischen den USA und Iran.

Hinzu kommt die Stärke des brasilianischen Real. Bei Zinsen von 15 Prozent und einer Inflationsrate von 4,4 Prozent liegt der reale Zinssatz bei etwa 10 Prozent – ein attraktives Umfeld für internationale Investoren. Der Real hat gegenüber dem US-Dollar in zwölf Monaten um mehr als 11 Prozent aufgewertet. Petrobras verbucht dadurch Währungsgewinne von rund 1,57 Milliarden Dollar.

Rekordexporte im vierten Quartal

Das vierte Quartal 2025 verlief bei Petrobras operativ stark. Das Unternehmen exportierte im Schlussquartal durchschnittlich 1,2 Millionen Barrel Öl und Ölprodukte pro Tag – ein Plus von 79 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Zudem übertraf Petrobras seine Produktionsziele für 2025. Allerdings bewegte sich der Brent-Ölpreis im vierten Quartal noch im Durchschnitt um 63 Dollar – deutlich unter dem aktuellen Niveau.

Am 5. März wird Petrobras die vollständigen Geschäftszahlen für 2025 vorlegen, am 6. März folgt eine Analystenkonferenz.

109 Milliarden Dollar Investitionen belasten Dividenden

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Der strategische Plan für die Jahre 2026 bis 2030 sieht Gesamtinvestitionen von 109 Milliarden Dollar vor. Davon entfallen 69,2 Milliarden auf Exploration und Förderung, weitere 13 Milliarden auf Energiewende-Projekte. Das ist ein massiver Anstieg gegenüber den etwa 31 Milliarden Dollar, die in den fünf Jahren zuvor investiert wurden.

Die Kehrseite: Die geplanten ordentlichen Dividenden für den Zeitraum 2026 bis 2030 liegen bei 45 bis 50 Milliarden Dollar – unterhalb der Projektion des vorherigen Plans von bis zu 55 Milliarden. Petrobras geht davon aus, dass bei einem Brent-Preis von etwa 59 Dollar je Barrel ein ausgeglichener Cashflow zur Stabilisierung der Nettoverschuldung erreicht wird.

Zu den wichtigsten Upstream-Projekten zählt die Entwicklung des Tiefwasserfeldes Búzios 8, das rund 200 Kilometer vor der Küste von Rio de Janeiro liegt. Die erste Ölproduktion wird noch für 2026 erwartet.

Governance bleibt Risikofaktor

Trotz der Kursrally notiert Petrobras weiterhin mit einem Abschlag zu internationalen Wettbewerbern – das KGV liegt bei etwa 7,5. Ein wesentlicher Grund ist die staatliche Kontrolle und die damit verbundene Führungsinstabilität. Seit Anfang 2021 hatte Petrobras sechs verschiedene CEOs, hinzu kamen mehrere Interimschefs. Diese häufigen Wechsel an der Spitze verunsichern Investoren hinsichtlich der strategischen Kontinuität.

Die Hauptversammlung ist für den 16. April angesetzt. Die Vorlage der Tagesordnung und der Beschlussvorschläge wird für den 13. März erwartet.

Die Quartalszahlen am 5. März werden zeigen, wie robust die operative Performance tatsächlich ist – und ob die Dividendenaussichten auch unter dem neuen Investitionsplan attraktiv bleiben. Das Zusammenspiel aus höheren Ölpreisen, starkem Real und aggressivem Wachstumskurs entscheidet über die weitere Kursentwicklung.

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