Wenn ein zentraler Phase-3-Impfstoffkandidat seinen statistischen Endpunkt verfehlt, schrillen bei Biotech-Investoren unweigerlich die Alarmglocken. Genau dieses Szenario zwingt Marktteilnehmer nun, die fundamentale Basis von Valneva abseits des Borreliose-Projekts genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Zentrum des Interesses steht dabei die Liquidität, die das Unternehmen durch die aktuelle Durststrecke manövrieren muss.

Verantwortlich für den massiven Wertverlust von über 40 Prozent auf Wochensicht sind die jüngsten Topline-Ergebnisse der VALOR-Studie. Obwohl der Borreliose-Wirkstoff VLA15 eine klinische Wirksamkeit von 73,2 Prozent zeigte, fiel die untere Grenze des Konfidenzintervalls unter den geforderten Schwellenwert. Valneva und Partner Pfizer begründen dies mit einer unerwartet geringen Anzahl an Infektionen während des Studienzeitraums. Da keine Sicherheitsbedenken bestehen, halten beide Unternehmen an den geplanten Zulassungsanträgen bei FDA und EMA fest.

Solides Fundament trotz Rückschlag

Um den aktuellen Kurs von 2,85 Euro fundamental einzuordnen, lohnt ein Blick auf die jüngsten Jahreszahlen. Valneva beendete 2025 mit einem Gesamtumsatz von 174,7 Millionen Euro und traf damit die eigene Prognose. Viel wichtiger für die Handlungsfähigkeit ist jedoch die Liquiditätslage: Zum Jahreswechsel lagen 109,7 Millionen Euro in der Kasse. Durch eine erfolgreiche Umschuldung und einen um 21 Prozent gesenkten operativen Mittelverbrauch hat sich das Management wertvolle Zeit erkauft. Der ausgewiesene Nettoverlust von 115,2 Millionen Euro resultiert primär aus dem Wegfall eines lukrativen Einmaleffekts aus dem Vorjahr.

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Nächste Katalysatoren im Blick

Um die Abhängigkeit vom Borreliose-Projekt zu verringern, rücken nun andere Kandidaten in den Vordergrund. Das Shigella-Vakzin (S4V2) gilt weltweit als eines der am weitesten fortgeschrittenen Programme seiner Art. Zudem treibt Valneva die Internationalisierung seines bereits zugelassenen Chikungunya-Impfstoffs voran, unter anderem durch eine kürzlich gestartete Kampagne in Brasilien. Die Erlöse aus dem bestehenden Reiseimpfstoff-Geschäft sollen mittelfristig die Forschungskosten abfedern.

Kurzfristig hängt die weitere Entwicklung maßgeblich von den Regulierungsbehörden ab. Akzeptieren FDA und EMA die Borreliose-Daten trotz des statistischen Formfehlers, winken Valneva Meilensteinzahlungen von bis zu 143 Millionen US-Dollar sowie zweistellige Lizenzgebühren. Abseits dieses Zulassungsprozesses liefert noch im laufenden ersten Halbjahr 2026 die Veröffentlichung der Phase-2-Daten zum Shigella-Impfstoff den nächsten konkreten fundamentalen Impuls für die Bewertung des Unternehmens.

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