Steigende Ölpreise, geopolitische Spannungen im Nahen Osten und wachsender Regulierungsdruck aus Europa — das alles traf Alphabet am Dienstag gleichzeitig. Die Aktie verzeichnete ihre schwächste Handelssitzung seit Juni 2025 und fiel von rund 299 auf 289 US-Dollar.

Der Auslöser war ein Ölpreisanstieg infolge des eskalierenden US-Iran-Konflikts, der Brent Crude in Richtung 100 US-Dollar je Barrel trieb. Für Alphabet ist das kein abstraktes Makrothema: Höhere Energiepreise schlagen direkt auf die Betriebskosten der riesigen Rechenzentren durch, die das KI-Geschäft am Laufen halten. Zusätzlich forderten 18 Branchenverbände die EU-Kommission auf, gegen Alphabets angebliche Verstöße gegen den Digital Markets Act vorzugehen — ein weiterer Belastungsfaktor, der am Dienstag auf die Stimmung drückte.

Am Mittwoch erholte sich die Aktie teilweise auf rund 294 US-Dollar.

Strategische Absicherung gegen Energiekosten

Alphabet ist dem Energieproblem nicht tatenlos gegenübergestanden. Bereits am 19. März berichtete Reuters, dass Google Vereinbarungen mit fünf US-Energieversorgern abgeschlossen hat — darunter Entergy Arkansas, Minnesota Power und DTE Energy. Im Rahmen dieser sogenannten Demand-Response-Verträge verpflichtet sich Google, den Stromverbrauch seiner Rechenzentren in Spitzenlastzeiten zu drosseln. Insgesamt stellt das Unternehmen bis zu einem Gigawatt seiner Rechenzentrumskapazität für solche Abschaltungen bereit.

Noch weitreichender ist das Michigan-Projekt: Google schloss mit DTE Electric einen 20-jährigen Stromliefervertrag für ein geplantes Ein-Gigawatt-Rechenzentrum im Südosten des Bundesstaates ab. Der Vertrag läuft bis Dezember 2047. Google trägt dabei selbst die Kosten für den Ausbau von 480 Megawatt Energiespeicher und 1.600 Megawatt erneuerbarer Erzeugungskapazität — ein erhebliches finanzielles Engagement, das die Abhängigkeit von volatilen Marktpreisen langfristig reduzieren soll.

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Wachsende Investitionen, wachsender Kostendruck

Der Strombedarf ist kein Randthema mehr, sondern ein zentrales strategisches Problem für Big Tech. Alphabet selbst räumte ein, dass der massive Ausbau der technischen Infrastruktur den Gewinn durch höhere Abschreibungen und steigende Betriebskosten — insbesondere für Energie — belasten wird. Für 2026 plant das Unternehmen Investitionsausgaben zwischen 175 und 185 Milliarden US-Dollar, nach 91,4 Milliarden im Vorjahr.

Analysten von Wood Mackenzie weisen allerdings darauf hin, dass das Wachstum der Kapitalausgaben bei den großen Rechenzentrumsanbietern 2026 erstmals seit 2023 an Dynamik verlieren wird — und nur 58 Prozent des Vorjahreswachstums erreichen dürfte. Ein Grund dafür: Google und Meta setzen verstärkt auf Netzstrom statt auf eigene Kraftwerke, was die Expansion an die Verfügbarkeit öffentlicher Infrastruktur knüpft.

Wie stark die Energiekosten das Ergebnis belasten, wird sich spätestens im nächsten Quartalsbericht zeigen — dann dürfte auch klarer sein, ob die Demand-Response-Strategie die erhofften Puffer liefert.

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