UBS Aktie: Machtkampf eskaliert
Trotz operativer Stärke kommt die Aktie der Schweizer Großbank nicht zur Ruhe. Im Zentrum steht ein offener Konflikt zwischen CEO Sergio Ermotti und der Schweizer Regierung über künftige Kapitalanforderungen, den der Bankchef nun öffentlich verschärft hat. Während Bern die Regulierungsschraube anziehen will, warnt die UBS-Spitze vor emotionalen Schnellschüssen – eine Unsicherheit, die schwerer wiegt als die jüngsten Gewinnsteigerungen.
Hier sind die wichtigsten Fakten im Überblick:
- Kapitalstreit: Regierung fordert volle Eigenkapitaldeckung für ausländische Töchter.
- Starke Zahlen: Q4-Nettogewinn mit 1,2 Mrd. Dollar deutlich über Erwartungen.
- Aktionärsrendite: Dividende soll um 22 % auf 1,10 Dollar steigen; Aktienrückkauf von mind. 3 Mrd. Dollar geplant.
- US-Schwäche: Abflüsse von 14 Mrd. Dollar im US-Wealth-Management belasten.
Ermotti kontra Bern
Auf einer Finanzkonferenz in Florida wählte Sergio Ermotti am 9. Februar deutliche Worte. Der CEO bezeichnete die Reaktion der Schweizer Politik auf den Untergang der Credit Suisse als „emotional“ und lehnte die aktuellen Regulierungsvorschläge als für die Bank nicht akzeptabel ab.
Der Kern des Streits liegt in den Anforderungen für ausländische Tochtergesellschaften. Die Regierung verlangt eine vollständige Absicherung mit hartem Eigenkapital. Schätzungen zufolge würde dies für die UBS einen zusätzlichen Kapitalbedarf von rund 23 Milliarden Dollar bedeuten. Ein Kompromissvorschlag, hierfür teilweise AT1-Anleihen zu nutzen, wurde von Finanzministerin Karin Keller-Sutter bereits abgewiesen. Für sie ist in Krisenzeiten ausschließlich hartes Kernkapital entscheidend.
Diese politische Hängepartie drückt auf die Stimmung. Die Aktie notiert aktuell bei 32,62 CHF und hat seit Jahresbeginn fast 19 Prozent an Wert verloren.
Operativer Glanz, Schatten in den USA
Dabei lieferte die Bank am 4. Februar eigentlich überzeugende Argumente für einen steigenden Kurs. Mit einem Jahresgewinn von 7,8 Milliarden Dollar für 2025 und verwalteten Vermögen von erstmals über 7 Billionen Dollar demonstrierte das Institut seine Marktmacht.
Doch die Bilanz hat einen Makel: das US-Geschäft. Während in Europa und Asien Gelder zufließen, verlor die Sparte US-Wealth-Management im vierten Quartal 14 Milliarden Dollar, primär durch den Abgang von Beratern. CFO Todd Tuckner dämpfte zudem die Erwartungen und stellte weitere Abflüsse für das erste Halbjahr 2026 in Aussicht. Erst in der zweiten Jahreshälfte rechnet das Management mit einer Trendwende.
Analysten reagieren verhalten
Die Mischung aus starkem Kerngeschäft, regulatorischem Gegenwind und US-Problemen sorgt für Uneinigkeit bei den Experten. Goldman Sachs reagierte auf die Zahlen mit einer Herabstufung auf „Neutral“. Auch die Citi senkte ihr Kursziel. Andere Häuser wie die DZ Bank halten hingegen an ihrer positiven Einschätzung fest, was die Unsicherheit im Markt unterstreicht.
Der Fokus der Bank bleibt indes klar: Der Abschluss der Credit-Suisse-Integration hat 2026 oberste Priorität. 85 Prozent der Schweizer Konten sind bereits migriert, der Stellenabbau im Heimatmarkt soll sich auf die zweite Jahreshälfte konzentrieren.
Fazit
Die UBS befindet sich in einer Zwickmühle zwischen operativer Exzellenz und politischem Druck. Solange die Frage nach den zusätzlichen Milliarden-Anforderungen der Regierung nicht geklärt ist, dürften die angekündigten Aktienrückkäufe und Dividendenerhöhungen kaum ausreichen, um den Kurs nachhaltig zu beflügeln. Anleger müssen nun beobachten, ob Ermottis öffentliche Offensive in Bern Gehör findet oder die Fronten weiter verhärtet.
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