ABO Energy steht vor der Zerreißprobe. Bis morgen entscheiden die Gläubiger der 80-Millionen-Euro-Anleihe über Änderungen der Kreditbedingungen – und damit faktisch über den Erfolg der laufenden Sanierung. Nach einem Rekordverlust von 170 Millionen Euro kämpft der Windpark-Projektierer ums finanzielle Überleben.

Gläubiger stimmen über Sanierungsgrundlage ab

Vom 10. bis 12. Februar läuft die Abstimmung zur Anleihe 2024/2029. Im Zentrum steht der Verzicht auf die Negativverpflichtungsklausel. Ohne diese Änderung kann das Unternehmen keine Sicherheiten für Zwischenfinanzierungen laufender Projekte bestellen – ein Kernbestandteil des Sanierungsplans.

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Das Management macht deutlich: Ohne Zustimmung fehlt die Finanzierungsbasis für die Restrukturierung. Das Ergebnis wird unmittelbar nach Fristende erwartet.

Parallel läuft eine Stillhaltevereinbarung mit den Bankgläubigern bis Ende März 2026. Diese verzichten vorerst darauf, Kündigungsrechte geltend zu machen. Eine Beratungsgesellschaft arbeitet an einem Sanierungsgutachten, dessen Entwurf Anfang Februar vorgelegt werden sollte.

Von 39 Millionen Gewinn zu 170 Millionen Verlust

Die Dimension der Krise zeigt sich in zwei Gewinnwarnungen binnen acht Wochen. Am 19. November 2025 korrigierte ABO Energy die Prognose von einem erwarteten Gewinn zwischen 29 und 39 Millionen Euro auf einen Verlust von 95 Millionen Euro. Am 15. Januar folgte die nächste Verschärfung: Der Konzernjahresfehlbetrag liegt nun bei 170 Millionen Euro – bei einer Konzerngesamtleistung von etwa 230 Millionen Euro.

Hauptursachen laut Unternehmen:

  • Überzeichnete Wind-Auktionen in Deutschland mit drastisch reduzierten Einspeisevergütungen
  • Verschiebung wesentlicher Windprojekte ins laufende Jahr
  • Erhebliche Sonderabschreibungen aufgrund gesunkener Erwartungen an Einspeisevergütungen
  • Negative Entwicklungen in Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn

Aktie verliert 80 Prozent in drei Monaten

Die Börse reagiert brutal. Am 15. Januar markierte die Aktie bei 5,26 Euro ein Allzeittief. In drei Monaten verlor das Papier über 80 Prozent seines Werts. Die Anleihe 2024/2029 notiert laut Medienberichten nur noch bei rund 16 Prozent des Nennwerts.

Um Liquidität zu schaffen, verkaufte ABO Energy Ende Januar drei französische Solarprojekte mit 85 Megawatt Gesamtleistung. Das Management betont, weiterhin über ein „signifikantes und werthaltiges Projektportfolio" zu verfügen.

Entscheidung binnen Stunden

Die Geschäftsführung zeigt sich zuversichtlich: „Auf Grundlage der bisherigen Verhandlungen mit den Fremdkapitalgebern" gehe man davon aus, das Sanierungskonzept erfolgreich umsetzen zu können. Doch zunächst müssen die Anleihegläubiger bis morgen zustimmen. Erst dann steht fest, ob ABO Energy die Basis für die Restrukturierung erhält oder ob die Situation weiter eskaliert.

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