Rheinmetall Aktie: Brancheneinblicke gewonnen
Ein Analysten-Call mit Investoren löste bei Rheinmetall einen Kursrutsch von zeitweise 15 Prozent aus – den stärksten Wochenrückgang seit 2020. Nun hat die Finanzaufsicht BaFin eine Prüfung wegen möglichen Marktmissbrauchs eingeleitet. Der Vorwurf: mangelnde Transparenz bei der Kommunikation schwächerer Prognosen.
Die Fakten im Überblick:
- Umsatzindikation 2026 liegt 12 Prozent unter Analystenschätzungen
- BaFin prüft Marktmissbrauch nach Pre-Close-Call
- Auftragsbestand soll auf 135 Milliarden Euro steigen
- Aufsichtsratsmitglied kauft während Kurseinbruch zu
Schwache Prognose sorgt für Irritation
Am 4. Februar lud Rheinmetall zu einem geschlossenen Call mit Analysten und Investoren. Dabei nannte das Unternehmen erstmals eine Umsatzindikation für 2026: 13,2 bis 14,1 Milliarden Euro nach Konsolidierung. Der Mittelwert dieser Spanne liegt etwa 12 Prozent unter den bisherigen Konsenserwartungen.
Rheinmetall betonte zwar, es handle sich lediglich um eine erste Indikation und nicht um eine vollständige Guidance. Im operativen Verteidigungsgeschäft – inklusive der geplanten Übernahme von Naval Vessels Lürssen – rechnet der Konzern mit 15 bis 16 Milliarden Euro Umsatz. Doch die Enttäuschung am Markt war bereits manifest: Am Donnerstagmorgen sackte die Aktie auf 1.547,50 Euro ab.
Aufsicht fordert mehr Offenheit
Die BaFin reagierte prompt. Neben der Prüfung wegen möglichen Marktmissbrauchs erneuerte die Behörde ihre Empfehlung, Pre-Close-Calls künftig nur noch als öffentlich zugängliche Gruppen-Calls abzuhalten. Termine sollten transparent auf der Unternehmenswebsite kommuniziert werden.
Laut Bloomberg trugen auch Verwirrungen über Bilanzierungsänderungen zu den heftigen Kursbewegungen bei. Mehrere Analysten passten daraufhin ihre Gewinnschätzungen für 2026 und die Folgejahre nach unten an.
Starke Auftragslage als Fundament
Trotz der schwächeren Umsatzindikation bleibt die operative Basis des Rüstungskonzerns robust. Für 2026 erwartet Rheinmetall einen Auftragseingang von rund 80 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand soll zum Jahresende auf etwa 135 Milliarden Euro anwachsen. Die operative Marge wird zwischen 18 und 20 Prozent angestrebt.
Besonders bedeutsam: Das „Arminius"-Boxer-Programm mit der Bundeswehr umfasst einen festen Auftrag über 12,5 Milliarden Euro plus einer Option von 25 Milliarden Euro für 2030 bis 2035. Hinzu kommen erwartete Marineaufträge von 12 bis 13 Milliarden Euro. Allein aus Deutschland rechnet der Konzern über die nächsten vier Quartale mit Aufträgen von 67 Milliarden Euro.
Insider nutzt Schwäche zum Einstieg
Während die Aktie unter Druck geriet, griff Aufsichtsratsmitglied Marc Tüngler zu. Am 5. Februar erwarb er laut einer Pflichtmitteilung Aktien zu 1.555 Euro pro Stück – ein Signal für sein Vertrauen in die langfristige Perspektive.
Auch Analysten von Jefferies bleiben optimistisch. Sie sehen Potenzial für eine Vervierfachung des Umsatzes bis 2030, getragen durch das wachsende deutsche Verteidigungsbudget und die Expansion in Luftverteidigung, Raketen sowie Marinelösungen.
Die BaFin-Prüfung dürfte in den kommenden Wochen für zusätzliche Volatilität sorgen. Entscheidend wird sein, wie transparent Rheinmetall künftig mit dem Kapitalmarkt kommuniziert – und ob die operative Stärke die kurzfristige Verunsicherung überstrahlen kann.
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