Tilray hat mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 positiv überrascht. Der Cannabis-Spezialist meldet Rekordumsätze und übertrifft die Markterwartungen spürbar. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen zwar in der Verlustzone, zeigt aber Fortschritte bei Kosten und Profitabilität.

  • Q2-Umsatz: 218 Mio. US-Dollar
  • Übererfüllung der Analystenschätzungen: rund 6,4 Mio. US-Dollar
  • Wachstum internationales Medizinalgeschäft: +36 %
  • Verlust je Aktie (non-GAAP): -0,02 US-Dollar
  • Jahresprognose für das bereinigte EBITDA bestätigt

Die Aktie konnte nach den Zahlen ihren jüngsten Abwärtsimpuls stoppen und die Woche an der Nasdaq bei 9,18 US-Dollar beenden. Auf Tradegate pendelte der Kurs um 7,88 Euro.

Wachstumstreiber internationales Medizingeschäft

Der Kern der positiven Überraschung liegt im internationalen Medizinalcannabis-Segment. Hier legten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahresquartal um 36 % zu. Das Management rechnet nun mit einem globalen annualisierten Umsatzlauf von rund 150 Mio. US-Dollar in diesem Bereich. Besonders Europa gewinnt an Bedeutung, da die regulatorischen Rahmenbedingungen schrittweise gelockert werden.

Im kanadischen Freizeitmarkt verzeichnete Tilray ein Umsatzplus von 6 %. Trotz weiterhin roter Zahlen verbesserte sich das Ergebnis je Aktie auf einen non-GAAP-Verlust von -0,02 US-Dollar, was auf wirksame Kostensenkungen hindeutet. Zugleich bestätigte das Unternehmen seine Prognose für das bereinigte EBITDA im Gesamtjahr 2026 und verschafft Investoren damit eine gewisse Planungssicherheit.

An der Nasdaq reagierte der Markt verhalten positiv. Der Titel stoppte seinen jüngsten Abwärtstrend und schloss bei 9,18 US-Dollar, im nachbörslichen Handel blieb die Schwankungsbreite mit -0,13 % gering.

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Einordnung der Entwicklung

Die Zahlen kommen in einer Phase, in der die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten auf europäischer Basis rund 37,6 % eingebüßt hat. Gründe waren vor allem Verzögerungen im US-Regulierungsprozess und steigender Margendruck in Kanada.

Mit dem Q2-Bericht stellt Tilray dieses negative Bild teilweise infrage. Analyst Kristoffer Inton von Morningstar sieht die jüngsten Kursverluste als übertrieben an und verweist auf die Kombination aus Wachstum im reifen Heimatmarkt und dynamischer Expansion im margenstärkeren internationalen Medizingeschäft. Während Wettbewerber ihre Präsenz eher zurückfahren, konnte Tilray seine Position in lukrativen Märkten ausbauen.

Das Umsatzplus von 36 % im internationalen Medizinalbereich liegt deutlich über dem Branchenschnitt. Damit zahlen sich die Investitionen der vergangenen drei Jahre in Produktion und Vertrieb in Europa aus. Dass sich der Kurs oberhalb von 9,00 US-Dollar (etwa 8,60 Euro) stabilisieren konnte, deutet darauf hin, dass Teile des Marktes das aktuelle Bewertungsniveau als nicht im Einklang mit der Umsatzbasis sehen.

Ausblick: Regulierung und Charttechnik im Fokus

Für die kommenden Monate rückt die operative Umsetzung der Strategie in den Vordergrund. Der anvisierte Umsatzlauf von 150 Mio. US-Dollar im globalen Medizinalsegment setzt voraus, dass Tilray das Wachstum bei gleichzeitig steigenden Margen fortführen kann. Hier wird die nächste Quartalsbilanz entscheidende Hinweise liefern.

Wesentlich bleibt zudem das regulatorische Umfeld. Das Management verwies explizit auf die Erwartungen rund um eine mögliche Neueinstufung von Cannabis in den USA. Ein konkreter Zeitplan fehlt zwar, doch ein Fortschritt bei der bundesweiten Reform dürfte angesichts vorhandener Infrastruktur und Markenportfolio ein deutlicher Impuls für das Unternehmen sein.

Charttechnisch versucht die Aktie, einen Boden auszubilden. Der Schlusskurs bei 9,18 US-Dollar gilt kurzfristig als wichtige Marke: Ein Halten dieses Niveaus zu Beginn der neuen Woche könnte zusätzliche technisch motivierte Käufe anziehen, ein Abrutschen darunter würde den Blick wieder auf die Unterseite der 52-Wochen-Spanne lenken. Der nächste größere Unternehmensmeilenstein steht im April mit dem folgenden Zahlenwerk an; die bestätigte Jahresprognose signalisiert dabei, dass das Management den eingeschlagenen operativen Kurs für 2026 für realistisch hält.

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