Tilray kommt nicht aus der Abwärtsspirale. Trotz neuer Partnerschafts-Pläne und leicht verbesserten Quartalskennzahlen bleibt der Markt skeptisch – vor allem wegen anhaltender Verluste und der Sorge vor weiterer Verwässerung. Was bremst die Aktie derzeit am stärksten?

Schwacher Handel, klare Trendlage

Am Montag fiel die Aktie um 2,6% auf 7,55 US-Dollar – bei unterdurchschnittlichem Handelsvolumen. Rund 2,92 Millionen Aktien wechselten den Besitzer, etwa 35% weniger als im Schnitt (ca. 4,47 Millionen). Im Tagesverlauf rutschte der Kurs bis auf 7,44 US-Dollar, nachdem er am Freitag bei 7,75 US-Dollar geschlossen hatte.

Technisch bleibt das Bild angeschlagen: Der Kurs liegt deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,95 US-Dollar und erst recht unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 11,12 US-Dollar. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 23,20 US-Dollar zeigt, wie stark das Vertrauen in den Cannabis-Sektor insgesamt gelitten hat.

Q2: Fortschritte, aber weiter rote Zahlen

Ein wichtiger Bezugspunkt für Anleger bleiben die Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026, die Tilray Anfang Januar vorgelegt hatte. Unterm Strich verbesserte sich der GAAP-Verlust je Aktie auf -0,41 US-Dollar, nach -0,99 US-Dollar im Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg um 3% auf 217,5 Mio. US-Dollar – laut Unternehmen ein Rekord für ein zweites Quartal.

Auf bereinigter Basis fiel das Bild freundlicher aus: Der bereinigte Verlust je Aktie lag bei -0,02 US-Dollar (Vorjahr: -0,03 US-Dollar). Ohne nicht zahlungswirksame Steuerposten meldete Tilray sogar ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,01 US-Dollar. Damit lag der Wert laut Public.com über der Konsensschätzung von -0,06 US-Dollar.

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Auch beim operativen Ergebnis gab es ein Signal: Das bereinigte EBITDA betrug 8,4 Mio. US-Dollar. Die Jahresprognose für das bereinigte EBITDA bestätigte Tilray und peilt weiterhin 62 bis 72 Mio. US-Dollar für das Geschäftsjahr 2026 an.

Partnerschaft mit Carlsberg – aber ohne Kurseffekt

Vor wenigen Tagen kündigte Tilray eine exklusive, mehrjährige Brau- und Vertriebspartnerschaft in den USA mit der Carlsberg Group an. Ab dem 1. Januar 2027 soll Tilray in den Vereinigten Staaten Biere wie Carlsberg, Carlsberg Elephant, 1664 sowie Kronenbourg 1664 Blanc produzieren, vermarkten, verkaufen und distribuieren. Die Laufzeit startet mit fünf Jahren.

An der Kursentwicklung änderte das bisher wenig. Zwar verwies Kavout darauf, dass das Getränkesegment im Geschäftsjahr 2025 rund 241 Mio. US-Dollar Umsatz beigesteuert habe – die negative Dynamik der Aktie stoppte das aber nicht.

Verwässerung und Marge als Dauerbaustellen

Mehrere Berichte am Wochenende rückten strukturelle Probleme in den Mittelpunkt. Laut einer Motley-Fool-Analyse ist die Zahl der ausstehenden Aktien seit dem US-Börsenstart im Juli 2018 um 495% gestiegen. Gleichzeitig wuchs der Netto-Umsatz im jüngsten Quartal lediglich um 3% – ein Missverhältnis, das die Verwässerungsdebatte weiter anheizt.

Kavout bezifferte die Netto-Marge der vergangenen zwölf Monate auf -252,6%. Zudem hatte Tilray Anfang Dezember 2025 einen 1:10-Aktiensplit (Reverse Split) umgesetzt.

Bei Analysten überwiegt weiterhin Vorsicht: Laut MarketBeat stehen 1 „Buy“, 6 „Hold“ und 1 „Sell“ zu Buche. Der Konsens lautet „Hold“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 13,33 US-Dollar. Auffällig war unter anderem die deutliche Kurszielsenkung von Roth MKM im Januar von 20 auf 10 US-Dollar bei „neutral“.

Der nächste Quartalsbericht wird derzeit für den 8. April erwartet. Dann dürfte sich zeigen, ob Tilray beim operativen Fortschritt nachlegen kann – und ob die bestätigte EBITDA-Zielspanne für das Gesamtjahr weiter trägt.

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