Trotz neuer Rekordumsätze herrscht bei Tilray Katerstimmung. Das Cannabis-Unternehmen präsentierte für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 Zahlen, die Anleger und Analysten gleichermaßen ernüchterten. Während die Erlöse stiegen, riss der Verlust ein deutlich größeres Loch in die Bilanz als erwartet. Steht die internationale Wachstumsstory damit bereits auf der Kippe?

Umsatzrekord trifft auf tiefrote Zahlen

Auf den ersten Blick lieferte Tilray solide Arbeit ab: Mit 217,5 Millionen Dollar erzielte der Konzern den höchsten Quartalsumsatz seiner Geschichte, was einem Anstieg von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit wurden die Umsatzerwartungen sogar leicht übertroffen. Doch der Blick auf die Profitabilität offenbart massive Probleme.

Der Verlust pro Aktie (EPS) belief sich auf -0,41 Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Minus von -0,14 Dollar gerechnet. Diese Verfehlung um fast das Dreifache der Prognose wiegt schwer und verdeutlicht, dass Tilray weiterhin Geld verbrennt – die Nettomarge liegt bei alarmierenden -251,69 Prozent.

Die Reaktion der Experten ließ nicht lange auf sich warten. Zacks Research stufte die Aktie diese Woche von "Hold" auf "Strong Sell" herab. Der allgemeine Konsens tendiert nun zu "Reduzieren" mit einem durchschnittlichen Kursziel von 15,00 Dollar. Auch der Markt reagierte verschnupft: Die Aktie verlor am Freitag 2,6 Prozent und schloss bei 9,46 Dollar. Charttechnisch ist der Abwärtstrend intakt, da der Kurs unter den 50- und 200-Tage-Linien notiert.

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Lichtblick internationales Geschäft

Während die Profitabilität Sorgen bereitet, funktioniert die strategische Neuausrichtung im operativen Geschäft teilweise gut. Das Management fährt Lieferungen in den schwächelnden kanadischen Großhandel bewusst zurück, um Ressourcen in die lukrativeren internationalen Märkte zu lenken.

Diese Taktik zeigt Wirkung: Das internationale Cannabis-Segment wuchs im zweiten Quartal um 36 Prozent. Besonders das Vertriebsgeschäft ("Distribution") erwies sich als Wachstumstreiber und legte im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 85,3 Millionen Dollar zu. Hier liegt der Fokus klar auf Profitabilität statt reinem Volumenwachstum.

Getränkesparte und Ausblick

Weniger dynamisch präsentiert sich die Getränkesparte. Tilray kämpft hier mit der allgemeinen Flaute im Craft-Beer-Segment. Laufende Portfolio-Optimierungen und Sortimentsbereinigungen belasten kurzfristig den Umsatz. Das Management setzt darauf, dass neue Produktplatzierungen im Einzelhandel im Frühjahr die Sichtbarkeit erhöhen und die Umsätze bis zum vierten Geschäftsquartal stabilisieren.

Für die langfristige Fantasie bleibt die mögliche Neuklassifizierung von Cannabis in den USA der entscheidende Faktor. Tilray hat sich positioniert, um bei entsprechenden regulatorischen Änderungen sofort in den US-Markt für medizinisches Cannabis zu expandieren. Bis diese politische "Wildcard" jedoch ausgespielt wird, müssen Anleger bewerten, ob das internationale Wachstum ausreicht, um die fundamentalen Ertragsschwächen zu kompensieren.

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