Tilray treibt gerade zwei Projekte parallel voran: In Kanada setzt die Tochter Good Supply stärker auf besonders THC-haltige Cannabisprodukte. In den USA wiederum soll eine neue Bier-Partnerschaft mit Carlsberg ab 2027 das Getränkegeschäft auf ein anderes Niveau heben. Die Idee dahinter ist klar: breiter aufgestellt sein und die Verluste weiter eingrenzen.

Kanada: Good Supply setzt auf hohe THC-Werte

Good Supply hat sein Spring-Lineup am 26. Februar landesweit in Kanada ausgerollt – mit Fokus auf hochpotente Vapes, Blüten und zusätzliche Pre-Roll-Formate. Damit zielt Tilray auf Segmente, die im kanadischen Freizeitmarkt zuletzt besonders stark gewachsen sind. Der Trend geht laut Unternehmen klar Richtung „Premium“ und hoher THC-Konzentration.

Zu den Produkt-Highlights zählen zwei 1g-510-Vape-Kartuschen mit 91–97% THC. Dazu kommen neue Blüten-Packungsgrößen (28g und 7g) sowie limitierte Drops mit THC-Spannen bei Blüten von 24–32%. Der Rollout erfolgt je nach Provinz in ausgewählten Formaten und teils nur in begrenzten Stückzahlen.

USA: Carlsberg-Deal soll das Getränkegeschäft stützen

Schon Wochen vor dem Kanada-Launch hat Tilray einen Lizenzvertrag mit der Carlsberg Group abgeschlossen. Vereinbart wurde, dass Tilray Carlsbergs Bierportfolio in den USA produzieren, vermarkten und verkaufen darf. Der Vertrag läuft zunächst fünf Jahre, startet 2027 und enthält eine automatische Verlängerungsoption um weitere fünf Jahre – sofern definierte Leistungskriterien erfüllt werden.

Zum Portfolio gehören Carlsberg selbst sowie Carlsberg Elephant, 1664 und Kronenbourg 1664 Blanc. Tilray will dafür die eigene Brau-Infrastruktur und das nationale Vertriebsnetz nutzen, um die europäischen Marken lokal zu produzieren und breiter in den Handel zu bringen.

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Der Kontext ist dabei wichtig: Sinkender Bierkonsum und eine nachlassende Nachfrage nach Craft-Bier haben die Branche belastet. Bei Tilray zeigt sich das auch in den Zahlen: Im jüngsten Quartal stiegen die Cannabis-Umsätze um 3% auf 67,5 Mio. US-Dollar, während der Nettoumsatz im Beverage-Segment mit 50,1 Mio. US-Dollar um 20% unter dem Vorjahr lag. Genau hier soll Carlsberg künftig Volumen, Regalfläche und Umsatz beschleunigen, sobald der Vertrag anläuft.

Zahlen: Rekordumsatz, Verluste kleiner

Operativ trifft die Strategie auf ein Finanzbild mit Fortschritten, aber ohne Gewinn. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete Tilray einen Rekord beim Nettoumsatz von 217,5 Mio. US-Dollar und lag damit über der Prognose von 210,39 Mio. US-Dollar.

Der verwässerte Verlust je Aktie fiel mit -0,41 US-Dollar deutlich geringer aus als im Vorjahresquartal (-0,99 US-Dollar). Auch der operative Cashflow blieb zwar negativ, verbesserte sich aber: -8,5 Mio. US-Dollar gegenüber -40,7 Mio. US-Dollar in Q2 2024.

Tilray verwies zudem auf eine Netto-Cash-Position von 27,4 Mio. US-Dollar. Außerdem bestätigte das Unternehmen die Adjusted-EBITDA-Prognose für 2026 von 62–72 Mio. US-Dollar und nannte als strategische Schwerpunkte unter anderem den Ausbau der Apotheken-Distribution sowie spürbare Beiträge aus dem Beverage-Geschäft.

Im Kern läuft es auf eine Frage hinaus: Schaffen es die beiden Wachstumspfade – High-THC in Kanada und Premium-Bier in den USA – die Verbesserung auch dauerhaft in den Zahlen zu verankern?

Der nächste konkrete Prüfstein folgt mit dem kommenden Ergebnisbericht am 7. April. Dann wird sich zeigen, ob sich der Umsatzschub bei gleichzeitig kleiner werdenden Verlusten fortsetzt – und wie stark die Segmente Cannabis und Getränke dazu beitragen.

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