Tilray Aktie: Geteilte Stimmen
Tilray meldet Rekordumsätze im zweiten Quartal des Fiskaljahres 2026 – doch an der Wall Street überwiegt Zurückhaltung. Vor allem der Getränkebereich bremst, während das internationale Cannabisgeschäft deutlich an Fahrt gewinnt. Wie passt das zu den jüngsten Kursgewinnen und dem skeptischen Analystenbild?
Rekordumsatz, aber Verlust je Aktie
Der Konzern erzielte im zweiten Quartal einen Nettoumsatz von 217,5 Mio. US‑Dollar. Das entspricht einem Plus von 3 % im Jahresvergleich und liegt über den Konsensschätzungen von 211,15 Mio. US‑Dollar. Auf Ergebnisebene blieb das Unternehmen jedoch hinter den Erwartungen zurück: Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei –0,02 US‑Dollar.
Wesentliche Kennzahlen aus Q2 Fiskal 2026:
- Nettoumsatz gesamt: 217,5 Mio. US‑Dollar (Rekordquartal)
- Internationales Cannabis: +36 % im Jahresvergleich auf 20 Mio. US‑Dollar
- Kanadischer Freizeitmarkt: +6 % im Jahresvergleich
- Distribution (Tilray Pharma): +26 % im Jahresvergleich auf 85,3 Mio. US‑Dollar
- Getränkesparte: 50,1 Mio. US‑Dollar (–21 % im Jahresvergleich)
- Liquide Mittel: 291,6 Mio. US‑Dollar; Netto-Cash-Position 27,4 Mio. US‑Dollar
Trotz des Rekordumsatzes hat Alliance Global Partners‑Analyst Aaron Grey sein Kursziel von 20,00 auf 10,00 US‑Dollar halbiert und bleibt bei „Neutral“. Er verweist zwar auf eine bessere operative Dynamik, sieht aber weiterhin Risiken.
Getränke belasten das Gesamtbild
Die Getränkesparte bleibt ein klarer Problemfaktor. Die Umsätze sanken im Jahresvergleich um 21 % auf 50,1 Mio. US‑Dollar, die Bruttomarge fiel auf 31,4 %.
Grey nennt vor allem zwei Gründe für seine vorsichtige Haltung:
- begrenzte Sichtbarkeit bei der langfristigen Umsatz- und Cashflow-Entwicklung
- ein schwieriges Umfeld für Craft-Bier sowie die laufende Bereinigung des Produktportfolios im Rahmen von „Project 420“
Damit wirkt der Bereich, der ursprünglich als wichtiger Wachstumstreiber galt, aktuell eher bremsend.
Internationales Cannabis als Wachstumstreiber
Deutlich besser läuft es im internationalen Cannabisgeschäft. Hier meldete Tilray ein sequentielles Wachstum von 51 %.
Zentral ist der deutsche Markt für medizinisches Cannabis, der einen Großteil des Zuwachses ausmacht. Zusätzlich identifiziert das Management wachsende Chancen in Polen, Italien und Großbritannien.
Tilray geht davon aus, dass der Bereich Tilray Medical künftig rund 150 Mio. US‑Dollar an annualisierten globalen Umsätzen erreichen kann. Dieses Segment stützt damit klar die Wachstumsstory.
US‑Neuklassifizierung: Chance mit Fragezeichen
Die Entscheidung von Präsident Trump, Cannabis per Executive Order als Schedule‑3‑Substanz neu einzustufen, eröffnet neue Möglichkeiten für das US‑Medizinalgeschäft. CEO Irwin Simon betont, dass der Fokus auf der Entwicklung von FDA‑zugelassenen medizinischen Cannabisprodukten liegt und nicht auf dem Freizeitmarkt.
Gleichzeitig weist Grey auf anhaltende regulatorische Unsicherheiten hin. Unklare Gesetzgebungsprozesse in den USA und das Risiko eines möglichen Verbots berauschender Hanfprodukte Ende 2026 tragen zu seiner Zurückhaltung bei.
Solide Bilanz, bestätigte Prognose
Auf der Bilanzseite zeigt sich eine Verbesserung. Tilray verfügt nun über eine Netto-Cash-Position von 27,4 Mio. US‑Dollar, nachdem im Vorquartal noch Netto-Schulden von 3,8 Mio. US‑Dollar ausgewiesen wurden. Die Gesamtverschuldung wurde im Quartal um 4,2 Mio. US‑Dollar reduziert.
Das Management bekräftigte die Prognose für das Geschäftsjahr 2026: Das bereinigte EBITDA soll zwischen 62 und 72 Mio. US‑Dollar liegen. Zum Vergleich: Im Fiskaljahr 2025 waren es rund 55 Mio. US‑Dollar.
Analysten uneins, Technik schwächer
Das Analystenbild ist gemischt:
- 1 Analyst mit Kaufempfehlung
- 4 Einstufungen auf „Neutral“
- 2 Verkaufsempfehlungen
Zacks Research hat die Aktie zuletzt von „Hold“ auf „Strong Sell“ abgestuft. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 16,17 US‑Dollar, die Spanne reicht von 8,50 bis 25,00 US‑Dollar.
An der Börse hat sich der Titel in den vergangenen sechs Monaten um rund 42,5 % verteuert und damit die breite Medical-Products-Branche übertroffen. Kurzfristig wirkt das Chartbild jedoch angeschlagen: Die Aktie notiert unter sowohl der 50‑Tage‑ als auch der 200‑Tage‑Linie, was auf technische Schwäche nach der Zahlenreaktion und einer laufenden Konsolidierungsphase hindeutet.
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