Zwei Kreuzfahrtschiffe mit rund 5.000 Passagieren sitzen im Persischen Golf fest. Die Evakuierung läuft, doch das operative Geschäft steht still. Analysten beziffern den Schaden bereits auf mehrere Millionen Euro – und die Lage bleibt angespannt.

Festsitzende Schiffe, gestrichene Reisen

Die "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5" liegen in Abu Dhabi und Doha fest. Nach militärischen Auseinandersetzungen in der Region sperrten wichtige Lufträume, die Straße von Hormus ist blockiert. Der Kreuzfahrtbetrieb im Golf steht faktill still.

TUI Cruises hat seit Anfang März rund 2.140 Gäste von der "Mein Schiff 4" über Dubai und Muscat zurückgeflogen. Bei der "Mein Schiff 5" gestaltet sich die Rückholung schwieriger: Die Luftraumsperrungen über den Emiraten und Katar erschweren die Organisation von Flügen aus Doha.

Alle Abreisen bis einschließlich 16. März (Mein Schiff 4) beziehungsweise 12. März (Mein Schiff 5) wurden gestrichen. Für die Sommersaison plant TUI, beide Schiffe über Südafrika nach Europa zurückzuführen – eine Passage durch Rotes Meer und Suezkanal gilt als zu gefährlich.

Analysten rechnen mit Millionenschaden

Die finanziellen Folgen sind messbar. mwb research schätzt den Umsatzausfall auf rund 50 Millionen Euro, der EBIT-Rückgang dürfte etwa 25 Millionen Euro betragen – sofern sich die Störungen auf März beschränken.

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Sollte TUI die Schiffe über das Kap der Guten Hoffnung nach Europa bringen müssen, kämen weitere 22 Millionen Euro hinzu. Die 25-tägige Route verursacht höhere Treibstoffkosten und zusätzlichen Logistikaufwand.

Die Konzernziele für 2026 – Umsatzwachstum von 2 bis 4 Prozent und EBIT-Wachstum von 7 bis 10 Prozent – gelten weiterhin als erreichbar, vorausgesetzt die Lage normalisiert sich im April.

Buchungsrückgang spürbar

TUI-Chef Sebastian Ebel bestätigt gegenüber ntv: Reisende weichen bereits auf die Karibik aus. Er rechnet mit einer vorübergehenden Zurückhaltung bei Buchungen für die Golfregion – "es kann einige Monate dauern, bis sich das wieder normalisiert".

Das größte Risiko bleibt eine Ausweitung des Konflikts. Sollte die Wahrnehmung regionaler Instabilität zunehmen, könnten auch die Türkei (rund 20 Prozent der Sommerbuchungen) und Ägypten (etwa 5 Prozent) unter Druck geraten.

Bemerkenswert: Sowohl CEO Ebel als auch Finanzvorstand Mathias Kiep nutzten die Kursschwäche für eigene Aktienkäufe.

Expansion trotz Krise

Parallel zur akuten Notlage treibt TUI seine Wachstumsstrategie voran. Im Juni 2026 eröffnet das "TUI Blue Yangtze Shanghai", für März 2027 ist das neue "Robinson Boa Vista" auf den Kapverden geplant. Weltweit befinden sich über 70 weitere Hotelprojekte in der Pipeline.

Am 13. Mai folgt der Halbjahresbericht. Bis dahin dürfte entscheidend sein, ob sich die Lage im Nahen Osten stabilisiert – oder ob TUI sein Krisenmanagement noch Wochen fortsetzen muss.

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