Thyssenkrupp treibt den Konzernumbau voran und setzt dabei verstärkt auf nachhaltige Lieferketten. Eine neu geschlossene Kooperation der Tochter Materials Services mit dem schwedischen Startup Stegra sichert den langfristigen Zugriff auf grünen Stahl. Während die Aktie seit Jahresbeginn bereits knapp 9 Prozent zulegen konnte, stellt sich Investoren angesichts prognostizierter Verluste die Frage: Reichen operative Fortschritte aus, um den Kurs stabil über der 10-Euro-Marke zu halten?

Die Fakten im Überblick:

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  • Partner: Stegra (Schweden)
  • Volumen: Hoher sechsstelliger Tonnenbereich
  • Produkt: Non-Prime-Stahl (produziert mit grünem Wasserstoff)
  • Start: Ab 2027

Schwedischer Stahl für die Transformation

Die Sparte Materials Services hat einen mehrjährigen Liefervertrag mit Stegra abgeschlossen, der ab 2027 greift. Gegenstand der Vereinbarung sind erhebliche Mengen an sogenanntem Non-Prime-Stahl aus dem schwedischen Werk in Boden. Dabei handelt es sich um Material, das zwar nicht den höchsten optischen Qualitätsstandards entspricht, technisch aber einwandfrei für zahlreiche industrielle Anwendungen nutzbar ist.

Für Thyssenkrupp ist dieser Schritt strategisch relevant. Heather Wijdekop, CEO der Processing-Sparte, sieht darin eine Stärkung der Position im wachsenden Markt für CO2-reduzierte Werkstoffe. Materials Services sichert sich nicht nur Volumen für europäische Kunden, sondern unterstützt Stegra gleichzeitig logistisch beim Hochfahren der neuen Anlagen.

Licht und Schatten in der Bilanz

Der Blick auf die Zahlen zeigt ein gemischtes Bild. Das abgelaufene Geschäftsjahr 2024/2025 beendete der Konzern mit einem Nettogewinn von 532 Millionen Euro und kehrte damit in die schwarzen Zahlen zurück. Besonders der dritte positive Free Cashflow (363 Millionen Euro vor M&A) in Folge deutet auf eine operative Stabilisierung hin.

Dennoch bleibt die Lage herausfordernd. Für das laufende Geschäftsjahr plant das Management erneut einen Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro ein. Hauptursache sind die hohen Kosten für die notwendige Restrukturierung im Stahlsegment. An der Börse wird diese Gemengelage derzeit mit einem Kurs von 10,59 Euro bewertet, was einem Abstand von gut 20 Prozent zum 52-Wochen-Hoch entspricht.

Umbau der Stahlsparte läuft

Die Transformation des Konzerns bleibt das dominierende Thema. Nachdem die Marinesparte TKMS erfolgreich abgespalten und im MDAX platziert wurde, liegt der Fokus nun auf Steel Europe. Die Verhandlungen mit dem indischen Interessenten Jindal Steel International über einen Verkauf dauern an, wobei CEO Miguel López die Inder weiterhin als Wunschpartner bezeichnet.

Parallel dazu wurde mit der IG Metall eine Einigung über den Kapazitätsabbau erzielt. Die Versandmenge soll von 11,5 auf maximal 9 Millionen Tonnen sinken.

Am 30. Januar 2026 werden diese Themen auf der Hauptversammlung im Mittelpunkt stehen. Neben der Bestätigung der Dividende von 0,15 Euro erwarten Anleger hier vor allem konkrete Updates zum Stand der Verhandlungen mit Jindal, die für die mittelfristige Bewertung der Aktie entscheidend sein dürften.

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