Thyssenkrupp Aktie: Umstrittene Ausschüttung
Heute handelt der Industriekonzern Thyssenkrupp ex-Dividende. Doch hinter der Routine-Nachricht verbirgt sich ein tieferer Konflikt zwischen kurzfristiger Aktionärspflege und der langfristigen Substanzsicherung. Während das Management an der Strategie einer Finanzholding festhält, wächst der Widerstand gegen die Kapitalverteilung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Die wichtigsten Punkte zum heutigen Stichtag:
* Ausschüttung: 0,15 Euro je Aktie (Ex-Tag heute, 3. Februar 2026)
* Kritik: IG Metall und Deka warnen vor Substanzverzehr
* Strategie: Umbau zur "ACES 2030"-Finanzholding läuft
Dividende gegen Widerstände
Die Hauptversammlung hat den Weg frei gemacht: 93 Millionen Euro fließen ab morgen an die Anteilseigner. Dass der Kurs heute trotz des rechnerischen Abschlags bei 11,92 Euro notiert und damit ein leichtes Plus von 0,55 Prozent verzeichnet, werten Marktbeobachter als Zeichen relativer Stärke. Dennoch war der Weg zu diesem Beschluss steinig.
Sowohl Arbeitnehmervertreter als auch Großinvestoren hatten im Vorfeld Bedenken angemeldet. Ingo Speich von Deka Investment monierte deutlich, dass der Konzern seit Jahren von der Substanz lebe und damit Schluss sein müsse. Auch die IG Metall sah die Ausschüttung kritisch, insbesondere da Aktionäre bereits vom Börsengang der Marinesparte TKMS profitiert hätten. Die Auszahlung erfolgt nun faktisch vor dem Hintergrund einer negativen Cashflow-Prognose für das laufende Geschäftsjahr.
Stahlsparte sucht Lösung
Der Fokus verschiebt sich nun wieder auf den operativen Umbau zur Finanzholding nach dem Leitbild "ACES 2030". Nachdem die Marinesparte erfolgreich im MDAX platziert wurde, bleibt die Zukunft des Stahlgeschäfts die größte Baustelle.
Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit der EP Group richten sich die Hoffnungen auf den indischen Wettbewerber Jindal Steel. Der Vorstand bezeichnete den Austausch auf der Hauptversammlung als "konstruktiv", blieb jedoch konkrete Details schuldig. Eine Lösung für die Stahlsparte Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) gilt als essentiell, um die hohen Volatilitäten aus der Konzernbilanz zu bekommen.
Rote Zahlen erwartet
Der Blick nach vorne bleibt getrübt. Für das Geschäftsjahr 2025/2026 bereitet das Management die Anleger auf Magerkost vor. Aufgrund von Restrukturierungsrückstellungen, vor allem im Stahlbereich, wird ein Konzernverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro erwartet.
Auch der Free Cashflow vor M&A soll mit einem Wert zwischen minus 300 und minus 600 Millionen Euro tief im roten Bereich verharren. Dass die Aktie auf Sicht von 12 Monaten dennoch über 160 Prozent im Plus liegt, zeigt, wie viel Vertrauensvorschuss für den Konzernumbau bereits im Kurs eingepreist ist.
Am 12. Februar 2026 wird es konkret: Mit der Vorlage des Quartalsberichts muss Thyssenkrupp belegen, ob der Umbaufortschritt die Vorschusslorbeeren rechtfertigt und ob sich die Lücke beim Cashflow schließen lässt.
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