Der Konzernumbau bei Thyssenkrupp erreicht in diesen Wochen eine heiße Phase. Mehrere strategische Entscheidungen stehen gleichzeitig an — und die Aktie notiert auf einem neuen Jahrestief.

Nucera gewinnt Großauftrag in Andalusien

Die Wasserstofftochter Thyssenkrupp Nucera sorgte zuletzt für gemischte Signale. Auf eine Gewinnwarnung folgte binnen 24 Stunden eine deutliche Prognoseanhebung beim Auftragseingang. Auslöser ist ein Auftrag des spanischen Energieunternehmens Moeve: Nucera liefert Elektrolyseure mit 300 MW Kapazität für eine Wasserstoffanlage in Andalusien. Das Auftragsvolumen liegt im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

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Zusammen mit einem bereits im Dezember 2025 gebuchten Großauftrag für eine Chlor-Alkali-Anlage im Nahen Osten hebt Nucera die Prognose für den Auftragseingang im laufenden Geschäftsjahr auf 550 bis 850 Millionen Euro — nach zuvor erwarteten 348 Millionen Euro. Der Umsatzeffekt aus dem Andalusien-Projekt fällt 2025/26 noch gering aus; der Großteil wird im Folgejahr realisiert.

Drei Baustellen, ein enger Zeitplan

Parallel läuft beim Mutterkonzern Ende März eine wichtige Frist für die Handelssparte Materials Services ab. Die Sparte muss operative Fortschritte in Richtung Eigenständigkeit vorweisen. Zeigt sie im laufenden zweiten Quartal eine verbesserte Performance, wäre der Weg für einen Börsengang im Herbst frei. Alternativ prüft Thyssenkrupp auch einen Verkauf oder eine KGaA-Struktur.

Im Stahlbereich hat der Konzern den Austritt aus dem Duisburger Hüttenwerk HKM vollzogen, einen Tarifabschluss mit den Gewerkschaften erzielt und mit der Flacks Group einen weiteren potenziellen Käufer für die Stahlsparte ins Spiel gebracht. Zudem bereitet Thyssenkrupp die Lieferung von CO2-reduziertem Stahl an die BMW Group vor — ab 2026 soll das sogenannte bluemint-Material im Modell iX3 verbaut werden.

Einen stabilen Anker bildet indes die Marinetochter TKMS. Die Auftragspipeline umfasst U-Boote für Deutschland, Norwegen und Kanada, das F127-Fregattenprogramm sowie ein Regierungsabkommen für Indiens U-Boot-Programm P-75I.

Verluste und Kursdruck

Die Quartalszahlen spiegeln den Umbauaufwand wider. Im ersten Quartal 2025/26 erzielte Thyssenkrupp 7,2 Milliarden Euro Umsatz und ein bereinigtes EBIT von 211 Millionen Euro — unter dem Strich stand jedoch ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro, maßgeblich verursacht durch Restrukturierungskosten in der Stahlsparte. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern ein bereinigtes EBIT zwischen 500 und 900 Millionen Euro.

An der Börse schlägt sich das nieder. Die Aktie notiert mit 7,72 Euro auf einem neuen 52-Wochen-Tief und liegt damit rund 30 Prozent unter dem Oktober-Hoch von 13,24 Euro. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 10,06 Euro ist weit entfernt.

Am 12. Mai legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor. Investoren werden dann konkrete Antworten zu den Verhandlungen mit Jindal, zum Fortschritt bei Materials Services und zum Zeitplan der HKM-Übertragung erwarten — allesamt Schlüsselfragen für die Bewertung des Umbaukurses unter CEO Miguel Lopez.

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