Der geplante strategische Umbau des Industriekonzerns lässt weiter auf sich warten. Während die Rüstungstochter auf lukrative Großaufträge hofft, ziehen sich die Verhandlungen über die Ausgliederung der Stahlsparte spürbar in die Länge. Diese Ungewissheit trifft auf ein geopolitisch angespanntes Umfeld und sorgt bei Investoren für deutliche Zurückhaltung.

Zähe Gespräche und rote Zahlen

Eigentlich sollte die Verselbstständigung von Steel Europe zügig voranschreiten. Aktuelle Berichte deuten jedoch auf erhebliche Verzögerungen in den Gesprächen mit dem indischen Produzenten Jindal Steel hin. Knackpunkte der Verhandlungen sind offenbar Garantien für Arbeitsplätze sowie die komplexe künftige Finanzierungsstruktur der wasserstoffbasierten Stahlproduktion. Die anhaltende Skepsis der Marktteilnehmer zeichnet sich klar im Chartbild ab: Nach einem Kursverlust von rund 21 Prozent auf Monatssicht ging das Papier am Mittwoch bei lediglich 8,24 Euro aus dem Handel.

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Die finanzielle Realität unterstreicht den Handlungsdruck. Im abgelaufenen Quartal verzeichnete Thyssenkrupp zwar dank eines Effizienzprogramms einen Anstieg beim bereinigten operativen Ergebnis (EBIT) auf 211 Millionen Euro. Unter dem Strich verblieb aufgrund hoher Restrukturierungskosten im Stahlbereich jedoch ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro.

Investitionen in die Klimaneutralität

Ungeachtet der ungelösten Eigentümerfrage treibt das Management die technische Modernisierung am Standort Duisburg voran. Eine Investition von 2,4 Millionen Euro in ein neues Prüflabor für die Wasserstoff-Direktreduktion soll sicherstellen, dass künftig verschiedene Eisenerz-Qualitäten effizient verarbeitet werden können. Dieser Schritt erhöht die Flexibilität bei der Rohstoffbeschaffung und gilt als essenzieller Baustein der Transformation zur klimaneutralen Produktion. Kurzfristig federt die Anlage die operativen Herausforderungen in einem von schwankenden Energiepreisen geprägten Marktumfeld jedoch kaum ab.

Rüstungssparte als Anker

Einen starken Kontrast zum kriselnden Stahlgeschäft bildet Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS). Die Marinesparte profitiert von einer robusten Auftragslage und fungiert aktuell als wichtigste Stütze des Konzerns. Derzeit positioniert sich TKMS als einer der verbliebenen Bieter für ein umfangreiches U-Boot-Programm in Kanada.

Eine Entscheidung über diesen potenziellen Großauftrag in Nordamerika wird für den Frühsommer 2026 erwartet. Bis zu diesem Termin wird die Kursentwicklung maßgeblich davon abhängen, ob die Konzernführung zuvor belastbare Fakten zur Zukunft der Stahlsparte auf den Tisch legt. Ohne einen klaren Fahrplan für Steel Europe fehlt dem Markt die Grundlage für eine fundamentale Neubewertung.

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