SoftBank Aktie: Entscheidungssituation?
Ein Plus von über 12 Prozent in einer einzigen Handelssitzung — und dahinter steckt mehr als kurzfristige Euphorie. SoftBank hat in den vergangenen Wochen gleich mehrere strategische Weichen gestellt, die Investoren jetzt honorieren.
PayPay-Börsengang als Hauptkatalysator
Der wohl wichtigste Auslöser für die Kursrally war das Nasdaq-Debüt von PayPay Corp. Die digitale Zahlungsplattform, an der SoftBank die Mehrheit hält, sammelte beim IPO rund 880 Millionen Dollar ein — der größte US-Börsengang eines japanischen Unternehmens seit einem Jahrzehnt. Die Aktie legte am ersten Handelstag um 14 Prozent zu und bewertete das Unternehmen mit 12,7 Milliarden Dollar.
PayPay zählt heute rund 72 Millionen registrierte Nutzer und hat ein Transaktionsvolumen von über 100 Milliarden Dollar überschritten. Ankerinvestoren wie Visa, der Abu Dhabi Investment Authority und ein Fonds der Qatar Investment Authority zeichneten beim IPO gemeinsam bis zu 220 Millionen Dollar. Für SoftBank ist es der erste US-Börsengang einer Mehrheitsbeteiligung seit dem Arm-IPO 2023 — damals mit einer Bewertung von 54,5 Milliarden Dollar, die inzwischen auf fast 130 Milliarden Dollar gestiegen ist.
Mit dem Ende der Post-IPO-Sperrfrist Mitte April und einer bevorstehenden Fusion mit Line Pay stehen für PayPay kurzfristig weitere Weichenstellungen an.
Milliardenprojekt in Ohio
Parallel dazu sorgt SoftBanks KI-Infrastrukturoffensive für Aufmerksamkeit. Am 20. März kündigte das Unternehmen gemeinsam mit dem US-Energieministerium die Umwidmung des ehemaligen Uranaufbereitungsgeländes Portsmouth in Ohio an. Geplant ist ein gasbetriebenes Rechenzentrum mit einer Kapazität von 9,2 Gigawatt — die erste Ausbaustufe von 800 Megawatt soll Anfang 2028 in Betrieb gehen. Das Gesamtprojekt auf 3.700 Acres ist bis Ende des Jahrzehnts mit 500 Milliarden Dollar veranschlagt. Tochtergesellschaft SB Energy investiert zudem 4,2 Milliarden Dollar in den Ausbau des Stromnetzes in Südohio.
Starke Gewinne, aber wachsende Kreditrisiken
Die finanzielle Basis für diesen Expansionskurs hat sich zuletzt deutlich verbessert. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres bis Dezember 2025 erzielte SoftBank einen Gewinn von 3,17 Billionen Yen — rund 20,7 Milliarden Dollar und fast das Fünffache des Vorjahreswerts. Wesentlicher Treiber war ein Bewertungsgewinn von 4,2 Milliarden Dollar aus der früh aufgebauten OpenAI-Beteiligung.
Das Bild ist jedoch nicht ohne Schatten. Jefferies stufte die Aktie Mitte März auf „Underperform" herab, während Zacks lediglich auf „Hold" hochstufte. Schwerwiegender: Nach SoftBanks zusätzlicher OpenAI-Investition von 30 Milliarden Dollar revidierte S&P Global den Ausblick auf negativ. Die Kreditausfallversicherungen (CDS) weiteten sich auf ein Elf-Monats-Hoch aus und lagen zuletzt bei rund 355 Basispunkten — der höchste Wert unter japanischen Großkonzernen seit April 2025. S&P warnte, die Wiederherstellung der Asset-Liquidität könnte länger dauern als erwartet.
Cantor Fitzgerald, die SoftBank Anfang März mit „Overweight" und einem Kursziel von 6.100 Yen initiiert hatten, sehen in der Halbleiter-IP-Führerschaft durch Arm und dem diversifizierten Portfolio weiterhin die zentralen Werttreiber. Der Kurssprung vom Mittwoch spiegelt genau diesen Spagat wider: starke operative Fortschritte auf der einen, wachsende Verschuldungsrisiken auf der anderen Seite.
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