Thyssenkrupp Aktie: Ordentliche Lageeinschätzung
Der Essener Industriekonzern Thyssenkrupp steht in diesen Tagen vor entscheidenden Weichenstellungen. Während die Rüstungstochter auf einen historischen Milliardenauftrag hofft, gerät der geplante Verkauf der defizitären Stahlsparte ins Stocken. Diese gegensätzlichen Entwicklungen zeigen, wie komplex der aktuelle Konzernumbau in der Praxis abläuft.
Stahl-Deal verzögert sich
Die Verhandlungen über eine Übernahme der Stahlsparte durch die indische Jindal Steel ziehen sich in die Länge. Die Arbeitnehmerseite wartet weiterhin auf Antworten zu einem Fragenkatalog bezüglich der Arbeitsplatzsicherung, was den Prozess spürbar abbremst. Gleichzeitig steht die Handelstochter Materials Services unter Zugzwang: Sie muss bis Ende März operative Fortschritte nachweisen, um den Weg für eine geplante Verselbstständigung im Herbst 2026 freizumachen.
Immerhin liefert das interne Effizienzprogramm APEX messbare Resultate. Das bereinigte EBIT stieg um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro. Ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro, der primär durch hohe Restrukturierungskosten im Stahlbereich verursacht wurde, trübt das Bild allerdings. Der Markt bewertet die strategische Unsicherheit derzeit höher als die operativen Teilerfolge: Mit einem Minus von knapp 26 Prozent auf 30-Tage-Sicht notiert das Papier aktuell bei 8,28 Euro.
Marinesparte stützt, Wasserstoff schwächelt
Einen verlässlichen finanziellen Rückhalt bietet derzeit die Rüstungstochter Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS). Neben einem kürzlich genehmigten Nachtragsauftrag über 250 Millionen Euro für Fregatten positioniert sich das Segment für einen strategischen Meilenstein in Nordamerika. TKMS ist einer von zwei verbliebenen Bietern für ein kanadisches U-Boot-Programm.
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Die Wasserstofftochter Nucera sendet hingegen gemischte Signale. Einem neuen Großauftrag für 300 Megawatt Elektrolyse-Kapazität in Spanien steht eine gekappte Jahresprognose gegenüber. Höhere Optimierungskosten und ein storniertes US-Projekt drücken das erwartete operative Ergebnis nun auf minus 30 bis minus 80 Millionen Euro.
Wichtige Termine im Überblick
Für die weitere Ausrichtung des Konzerns rücken nun drei konkrete Zeitpunkte in den Fokus:
- Ende März 2026: Frist für operative Fortschritte bei Materials Services
- 12. Mai 2026: Vorlage des Halbjahresberichts
- Mai/Juni 2026: Vergabeentscheidung Kanadas über U-Boot-Auftrag (Volumen bis zu 37 Mrd. Euro)
Diese Meilensteine werden maßgeblich bestimmen, ob die US-Bank Morgan Stanley mit ihrer jüngsten Einschätzung recht behält. Die Analysten gehen davon aus, dass der Konzern die aktuelle Übergangsphase bewältigt und rechnen für das Jahr 2027 mit einer deutlichen Erholung beim Ergebnis je Aktie auf 1,02 Euro.
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