Der Energiekonzern E.ON will bis 2030 gewaltige 48 Milliarden Euro in die europäische Infrastruktur pumpen. Die Basis dafür stimmt, denn das abgelaufene Geschäftsjahr lieferte starke operative Ergebnisse. Allerdings hat sich die anfängliche Euphorie am Markt zuletzt merklich abgekühlt, da eine entscheidende Behörde nun das Tempo vorgibt.

Die Bundesnetzagentur am Zug

Die Realisierung der ambitionierten Wachstumsstrategie hängt stark von den anstehenden Entscheidungen der Bundesnetzagentur ab. Ende März steht der Anpassungsfaktor für Betriebskosten auf der Agenda, gefolgt von der finalen Gasregulierung im November. Diese Vorgaben für die sogenannte Regulierungsperiode 5 (RP5) definieren die künftigen Renditeaussichten des Versorgers maßgeblich.

Genau diese fehlende Transparenz sorgt derzeit für Zurückhaltung bei den Anlegern. Trotz eines starken Jahresauftakts mit einem Kursplus von über 15 Prozent seit Januar spiegelt der jüngste Rücksetzer von gut drei Prozent auf Wochensicht diese abwartende Haltung wider. Investoren scheuen das Risiko, bevor die regulatorischen Leitplanken nicht final feststehen.

Wall Street uneins über Potenzial

Internationale Investmentbanken bewerten die Ausgangslage des Konzerns angesichts der regulatorischen Schwebe unterschiedlich. Während einige Experten auf den langfristigen Bedarf an grüner Energieinfrastruktur verweisen, mahnen andere zur Vorsicht bis zur endgültigen Klärung der Rahmenbedingungen. Die aktuellen Einschätzungen im Überblick:

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei E.ON?

  • Goldman Sachs: "Buy" mit Kursziel 23,00 Euro
  • Barclays: "Equal Weight" mit Kursziel 19,00 Euro
  • Jefferies: "Hold" mit Kursziel 17,40 Euro

Goldman-Analyst Alberto Gandolfi sieht den Versorger-Sektor noch ganz am Anfang eines echten Super-Zyklus, getrieben durch den enormen Strombedarf von Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz. Jefferies-Experte Ahmed Farman verweist hingegen explizit auf den langen Weg bis zur vollständigen RP5-Klarheit und passte seine Gewinnprognosen bis 2030 entsprechend nach unten an.

Operatives Fundament bleibt stark

Unabhängig von den bürokratischen Hürden zeigt das operative Geschäft eine robuste Entwicklung. Mit einem bereinigten EBITDA von 9,8 Milliarden Euro für 2025 hat das Unternehmen eine solide Basis für die geplante Dividendenerhöhung auf 0,57 Euro je Anteilsschein geschaffen.

Die kommenden Wochen bringen für E.ON-Aktionäre nun wichtige Weichenstellungen. Sobald die Bundesnetzagentur ihre Beschlüsse zum Anpassungsfaktor für Betriebskosten vorlegt, verschwindet ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor aus dem Markt. Fällt diese Entscheidung im Sinne des Konzerns aus, rückt das starke operative Fundament wieder in den Fokus und ebnet den Weg für die reibungslose Finanzierung der anstehenden Infrastrukturprojekte.

Anzeige

E.ON-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue E.ON-Analyse vom 25. März liefert die Antwort:

Die neusten E.ON-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für E.ON-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

E.ON: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...