Thyssenkrupp Aktie: Jindal-Deal in Gefahr
Der mögliche Verkauf der Stahlsparte an Indiens Jindal Steel International gilt als Herzstück der Thyssenkrupp-Transformation. Nun droht genau dieses Kernprojekt zu scheitern — und die Märkte reagierten gestern prompt.
Am Donnerstag brach die Aktie zeitweise um fast zehn Prozent ein und markierte damit den tiefsten Stand seit Mitte September 2025. Aus den Jahresgewinnen sind inzwischen Verluste von rund 13 Prozent geworden.
Wo die Verhandlungen haken
Laut internen Kreisen zweifeln leitende Mitarbeiter zunehmend daran, dass ein Abschluss mit Jindal noch realisierbar ist. Der Knackpunkt: die Frage, wie viel Kapital die indische Gruppe bereitstellen könnte, um Thyssenkrupp Steel Europe durch den anhaltenden Abschwung im europäischen Stahlmarkt zu stützen. Ohne belastbare Finanzierungszusagen fehlt dem Deal seine Grundlage.
Dabei hatte das Unternehmen zuletzt durchaus Fortschritte erzielt. Im Dezember 2025 wurde ein Tarifvertrag zur Stahl-Restrukturierung abgeschlossen, im Februar 2026 folgte ein Term Sheet mit Salzgitter zur Zukunft des Gemeinschaftsunternehmens HKM. Die Übertragung der HKM-Anteile ist für den 1. Juni 2026 geplant.
Der finanzielle Druck bleibt dennoch enorm. Im jüngsten Quartal standen einem bereinigten EBIT von 211 Millionen Euro Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro allein bei Steel Europe gegenüber — das Ergebnis: ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro.
Stabilität aus der Marinetochter
Inmitten der Unsicherheiten rund um die Stahlsparte liefert die Rüstungstochter TKMS einen ruhigeren Pol. Seit Oktober 2025 eigenständig börsennotiert und im MDAX gelistet, verfügt TKMS über einen Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro. Das Unternehmen bewirbt sich um bis zu zwölf U-Boote für Kanada und gilt als einziger Bieter für das Fregatten-Programm F127 der Bundeswehr. Thyssenkrupp hält weiterhin 51 Prozent der Anteile.
Auch die Handelstochter Materials Services steht vor einer Weichenstellung: Bis Ende März muss die Sparte — mit einem Jahresumsatz von 11,4 Milliarden Euro — operative Fortschritte in Richtung Eigenständigkeit nachweisen. Mögliche Optionen reichen vom Börsengang im Herbst 2026 über eine Abspaltung bis hin zum Verkauf.
Prüfstein im Mai
Die Aktie notiert aktuell bei 8,04 Euro — knapp über dem 52-Wochen-Tief von 7,98 Euro. Scheitert der Jindal-Deal endgültig, müsste Thyssenkrupp in einem Markt, der von Überkapazitäten, günstigem Importstahl und Dekarbonisierungsdruck geprägt ist, rasch eine Alternative für die strukturell belastete Stahlsparte entwickeln.
Am 12. Mai 2026 legt das Unternehmen seinen Halbjahresbericht vor. Dann dürfte sich zeigen, ob die Transformationsstrategie noch auf Kurs ist — oder ob die Konzernführung einen neuen Plan vorlegen muss.
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