Heute legt BayWa die Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 vor — zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern gleich auf mehreren Ebenen unter Druck steht. Neben dem laufenden Sanierungsprozess kommen juristische und regulatorische Belastungen hinzu, die das Bild erheblich komplizieren.

Staatsanwaltschaft und BaFin greifen ein

Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen ehemalige Führungskräfte, darunter Ex-CEO Marcus Pöllinger. Im Mittelpunkt steht der Konzernlagebericht 2023 und die Frage, ob Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken angemessen dargestellt wurden. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Parallel dazu hat die BaFin den Jahresabschluss 2023 formell beanstandet. BayWa hatte demnach wesentliche Finanzierungsrisiken nicht offengelegt — darunter Bedingungen eines Milliardenkredits sowie Refinanzierungsrisiken für eine 500-Millionen-Euro-Anleihe und kurzlaufende Schuldverschreibungen über 632 Millionen Euro. Auch der Wirtschaftsprüfer PwC, der dem Abschluss seinerzeit ein uneingeschränktes Testat erteilte, gerät damit in die Kritik.

Q4-Zahlen als Verhandlungsbasis

Die heutigen Quartalszahlen sind kein gewöhnlicher Berichtstag. Sie bilden die direkte Grundlage für Gespräche mit den Gläubigerbanken über eine Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026. Erstmals werden die Zahlen das volle Ausmaß der Abschreibungen auf die Energiesparte BayWa r.e. offenlegen.

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Das Problem dahinter ist bekannt: Der geplante Verkauf der 51-prozentigen Beteiligung an BayWa r.e. sollte ursprünglich bis 2028 rund 1,7 Milliarden Euro einbringen. Veränderte regulatorische Rahmenbedingungen in den USA haben die erzielbaren Verkaufspreise jedoch stark gedrückt und diese Kalkulation hinfällig gemacht. Seit 2025 hat BayWa die Schuldenlast um rund 1,3 Milliarden Euro reduziert — bei einem Gesamtziel von vier Milliarden Euro bis 2028 bleibt noch erheblicher Weg zurück.

Führungswechsel und verzögerter Abschluss

CEO Frank Hiller verließ das Unternehmen bereits Anfang Januar mit sofortiger Wirkung, offiziell wegen unterschiedlicher strategischer Vorstellungen. Sein endgültiges Ausscheiden ist zum 31. Juli 2026 geplant. Im Aufsichtsrat folgen bis Ende Mai weitere Abgänge.

Hinzu kommt: Der vollständige Konzernabschluss 2025 könnte sich wegen der noch ausstehenden Neubewertung von BayWa r.e. bis ins vierte Quartal 2026 verzögern. Die heutigen Q4-Zahlen liefern damit nur einen ersten, unvollständigen Einblick.

Konkrete Fortschritte im Entschuldungsprozess gab es dennoch: Mit dem Verkauf der Raiffeisen Ware Austria und von Cefetra wurden 2025 wichtige Meilensteine erreicht. Als nächster Schritt ist der Verkauf der neuseeländischen Tochter T&G Global geplant, die auf rund 300 Millionen Euro geschätzt wird. Bis 2027 sollen zudem rund 1.300 Stellen abgebaut werden. Für dasselbe Jahr peilt BayWa ein bereinigtes EBITDA von rund 140 Millionen Euro an — ein Ziel, das angesichts der weggebrochenen Erlöse aus dem Energiegeschäft deutlich schwerer zu erreichen ist als ursprünglich kalkuliert.

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