Thyssenkrupp Aktie: Jefferies dreht bullish
Die Aktie von Thyssenkrupp verzeichnet heute einen Kurssprung von über sechs Prozent und zählt damit zu den stärksten Werten im MDAX. Auslöser ist eine überraschende Neubewertung durch die US-Investmentbank Jefferies, die den Industriekonzern von "Hold" auf "Buy" hochstuft und das Kursziel von 12,50 auf 13 Euro anhebt. Das impliziert ein Kurspotenzial von rund 20 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 10,80 Euro.
Bemerkenswert: Die Quartalszahlen selbst haben nach Aussage von Jefferies-Analyst Tommaso Castello nichts an seiner grundsätzlichen Einschätzung geändert. Vielmehr sieht er die jüngste Korrektur von den Mehrjahreshochs bei 12,48 Euro als Einstiegschance bei einer "interessanten Anlagestory".
Höhere Gewinnprognosen trotz Restrukturierung
Jefferies hebt seine Prognose für das bereinigte EBIT 2026 um fünf Prozent auf 846 Millionen Euro an – das liegt sechs Prozent über dem Konsens von 795 Millionen Euro. Für 2027 erhöht die Bank ihre Schätzung sogar um zehn Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Beim EBITDA für 2026 geht Jefferies nun von 1,51 Milliarden Euro aus, verglichen mit zuvor 1,49 Milliarden Euro.
Die Analysten rechnen allerdings mit negativem Free Cashflow zwischen 600 und 400 Millionen Euro für das laufende Geschäftsjahr 2026. Darin enthalten sind 350 Millionen Euro für Restrukturierungskosten sowie Investitionsausgaben von 1,4 bis 1,6 Milliarden Euro. Nach einem negativen Cashflow von etwa 1,5 Milliarden Euro im ersten Quartal soll sich die Lage ab der zweiten Jahreshälfte aber deutlich verbessern.
Stahlsparte als Wertschöpfungshebel
Besonders interessant wird es bei der Sparte Steel Europe. Hier erhöht Jefferies die bereinigte EBIT-Prognose für 2026 um fünf Prozent auf 380 Millionen Euro – deutlich über der oberen Bandbreite der Unternehmensführung von 375 Millionen Euro. Im ersten Quartal verzeichnete die Sparte bereits ein um 30 Prozent höheres bereinigtes EBIT, unterstützt durch niedrigere Rohstoffkosten, Effizienzgewinne und über 125 Millionen Euro an Strompreisentschädigungen.
Allerdings trägt Steel Europe auch erhebliche Belastungen: Rund 50 Prozent der konzernweiten Pensionsrückstellungen von 5,3 Milliarden Euro sowie die Hälfte der jährlichen Investitionsausgaben entfallen auf diese Sparte. Allein im ersten Quartal fielen 400 Millionen Euro Restrukturierungskosten an.
Ein weiterer Werttreiber könnte die 16,5-prozentige Beteiligung an TK Elevator sein. Jefferies beziffert deren Wert auf 2,1 Milliarden Euro in der Bilanz, schätzt den tatsächlichen Marktwert aber auf 3 bis 3,5 Milliarden Euro. Die Analysten bewerten Thyssenkrupp nach einer Sum-of-the-Parts-Methode und ziehen einen 20-prozentigen Konglomeratsabschlag ab – daraus ergibt sich der innere Wert von 13 Euro je Aktie.
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