Thyssenkrupp setzt im Werkstoffgeschäft ein klares Signal in Richtung Dekarbonisierung. Ein langfristiger Liefervertrag für CO₂-reduzierten Stahl aus Schweden soll die Position im Markt für klimafreundliche Industrieprodukte stärken und die Versorgungssicherheit verbessern. Spannend ist dabei vor allem: Welche Bedeutung hat dieser Schritt für die zukünftige Rolle des Konzerns in der grünen Stahlwertschöpfung?

Aktuell spiegelt sich der strategische Rückenwind auch im Chart wider. Die Aktie schloss heute bei 10,67 Euro und liegt damit rund 10 % über dem 200-Tage-Durchschnitt, auf 12-Monatssicht steht ein Plus von über 170 %.

Strategischer Deal mit Stegra

Kern der Meldung ist eine weitreichende Vereinbarung zwischen der Konzerntochter Thyssenkrupp Materials Processing Europe und dem schwedischen Unternehmen Stegra (ehemals H2 Green Steel). Stegra baut in Boden in Nordschweden eine neue, wasserstoffbasierte Stahlproduktion auf, die deutlich CO₂-reduzierte Produkte liefern soll.

Thyssenkrupp sichert sich dabei langfristig Zugang zu Stahl aus dieser Anlage. Damit verschafft sich der Konzern einen frühen Platz in einer der technologisch modernsten Produktionsstätten Europas für „grüneren“ Stahl und verankert zugleich einen Baustein seiner eigenen Dekarbonisierungsstrategie.

Der Zukunfts-Pakt im Überblick

Der Vertrag ist mehr als eine reine Beschaffungsvereinbarung; er ist Teil der strategischen Neuausrichtung im Werkstoffsegment und zielt auf wachsende Nachfrage nach klimafreundlichen Lösungen in der Industrie.

Die wichtigsten Eckpunkte:

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  • Partner: Thyssenkrupp Materials Processing Europe und Stegra (ehemals H2 Green Steel)
  • Produkt: Lieferung großer Mengen sogenannten Non-Prime-Stahls, eines Nebenprodukts der Stahlherstellung mit vielseitigen industriellen Einsatzmöglichkeiten
  • Technologie: Herkunft aus einer neuen, wasserstoffbasierten Produktion am Standort Boden in Schweden
  • Zeitplan: Geplanter Start der Lieferungen ab 2027

Non-Prime-Stahl ist für zahlreiche Anwendungen interessant, bei denen es weniger auf makellose Oberflächen, sondern auf solide technische Eigenschaften ankommt. Für Thyssenkrupp eröffnet sich damit ein zusätzlicher Hebel, um Kunden künftig differenzierte, CO₂-ärmere Materiallösungen anbieten zu können.

Bedeutung für Marktstellung und Aktie

Mit der Vereinbarung sichert sich der Konzern frühzeitig relevante Kapazitäten in einem klar definierten Zukunftsmarkt. Während viele Wettbewerber ihre Dekarbonisierungsstrategien noch ausformulieren, bindet Thyssenkrupp bereits ein konkretes Volumen aus einer grünen Produktionsquelle und unterstützt damit zugleich den Hochlauf der Wasserstoff-Stahltechnologie.

Operativ bedeutet das:

  • stabilere und perspektivisch „grünere“ Lieferketten,
  • bessere Ausgangsposition bei Ausschreibungen mit strengen Nachhaltigkeitsanforderungen,
  • Beitrag zur Erreichung der eigenen Klimaziele im Werkstoffbereich.

Am Markt wird der strategische Kurs bislang positiv begleitet. Der Aktienkurs hat sich auf Jahressicht um rund 175 % vom 52‑Wochen‑Tief bei 3,88 Euro entfernt, liegt aber noch klar unter dem Hoch von 13,24 Euro. Mit einem RSI von 68,2 und einer 30‑Tage-Volatilität von gut 75 % bleibt der Titel schwankungsanfällig, profitiert aktuell jedoch von einem stabilen Aufwärtstrend über dem 50- und 200-Tage-Durchschnitt.

Im Ergebnis untermauert der Stegra-Deal die Rolle von Thyssenkrupp als aktiv gestaltenden Player im Übergang zu CO₂-ärmeren Werkstoffen. Für die weitere Kursentwicklung wird entscheidend sein, ob der Konzern diese strategische Positionierung in den kommenden Jahren in profitable, grüne Produktangebote entlang der Wertschöpfungskette übersetzen kann.

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