Der Kampf um die Zukunft der traditionsreichen Stahlsparte spitzt sich zu. Während CEO Miguel López an einer komplexen Übernahme-Lösung mit dem indischen Interessenten Jindal feilt, geht die IG Metall auf Barrikadenkurs. Für Aktionäre ist die Situation brisant: Scheitert die Einigung mit der Arbeitnehmerseite, wackelt das gesamte Sanierungskonzept.

Hier sind die Fakten der aktuellen Lage:

  • Konflikt: IG Metall lehnt weitere Stellenstreichungen kategorisch ab.
  • Lösungsidee: Jindal könnte Stahlsparte schrittweise übernehmen.
  • Warnsignal: Konzern erwartet für 2025/2026 erneut einen Nettoverlust.

Gewerkschaft blockiert Nachforderungen

Die Fronten zwischen Management und Arbeitnehmervertretern haben sich am 15. Januar 2026 verhärtet. Obwohl erst im Dezember der Tarifvertrag "Stahl-Neuausrichtung" unterzeichnet wurde, der bereits eine Kapazitätsreduzierung auf unter 9 Millionen Tonnen vorsieht, brachte die Führungsebene zusätzliche Einsparungen ins Spiel. Die IG Metall wies diesen Vorstoß umgehend zurück. Diese interne Blockade erhöht das Risiko für die geplante Verselbstständigung der Sparte erheblich, da Investoren Planungssicherheit fordern.

Jindal-Deal: Die "Salami-Taktik" als Ausweg?

Um den Verkauf an Jindal Steel International trotz der gewaltigen Pensionslasten von 2,5 Milliarden Euro zu retten, liegt nun ein neuer Plan auf dem Tisch. Marktinformationen zufolge diskutieren die Parteien einen schrittweisen Erwerb der Anteile durch die Inder. CEO López bezeichnete die Gespräche zuletzt weiterhin als "perfektes Match", musste aber auch die Existenz eines "Plan B" einräumen.

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Diese strategische Unsicherheit spiegelt sich jedoch kaum im aktuellen Aktienkurs wider. Das Papier notiert bei 10,32 Euro und legte in den letzten 30 Tagen um satte 14,54 Prozent zu. Der Markt preist offenbar bereits eine erfolgreiche Lösung ein – eine Wette, die bei einem Scheitern der Verhandlungen teuer werden könnte.

Gemischte Signale aus dem operativen Geschäft

Während die Stahlsparte Sorgen bereitet, liefert der Materialhandel positive Impulse. Ein neuer Vertrag mit dem schwedischen Startup Stegra sichert ab 2027 den Bezug von grünem Stahl im hohen sechsstelligen Tonnenbereich. Dies stärkt die Position im zukunftsträchtigen Markt für CO2-arme Werkstoffe, kann die kurzfristigen finanziellen Belastungen aber nicht kompensieren.

Denn der finanzielle Ausblick bleibt trübe. Für das laufende Geschäftsjahr 2025/2026 prognostiziert der Konzern einen Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro sowie einen negativen Free Cashflow. Die hohen Restrukturierungskosten und das schwache Marktumfeld fressen die operativen Gewinne auf.

Blick auf die Hauptversammlung

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den 30. Januar 2026. Auf der anstehenden Hauptversammlung dürfte der Vorstand massiv unter Druck geraten, konkrete Fortschritte bei der Stahl-Transaktion zu präsentieren. Aktionäre erhalten zwar eine stabile Dividende von 0,15 Euro, doch der Fokus liegt klar auf der langfristigen Struktur des Konzerns. Ohne eine Einigung mit Jindal und der IG Metall droht der jüngsten Kursrallye die Luft auszugehen.

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