Der deutsche Industriekonzern setzt seinen radikalen Umbau fort – und belohnt die Aktionäre trotz angespannter Lage mit einer höheren Ausschüttung. Auf der Hauptversammlung in Bochum stimmten die Anteilseigner allen Weichen für die weitere Transformation zu. Doch die eigentliche Frage lautet: Kann Thyssenkrupp die geplanten Verkäufe in einem schwierigen Marktumfeld umsetzen?

Die wichtigsten Beschlüsse im Überblick:

  • Dividende von 0,15 Euro je Aktie für 2024/2025 (Erhöhung gegenüber Vorjahr)
  • Auszahlung am 4. Februar 2026, Ex-Tag ist der 2. Februar
  • Alle Tagesordnungspunkte von rund 600 Aktionären mit großer Mehrheit angenommen
  • Siegfried Russwurm als Aufsichtsratsvorsitzender bestätigt

Jahr der Umsetzung beginnt

Vorstandschef Miguel López spricht vom „Jahr der Umsetzung" – nach einem „Jahr der Entscheidungen". Im Fokus steht der geplante Börsengang der Materialhandelssparte Material Services. Gegenüber Reuters zeigte sich López zuversichtlich, die Transaktion trotz schwieriger Märkte erfolgreich abschließen zu können. Der genaue Zeitpunkt hänge von den Marktbedingungen ab.

Als Meilenstein der Transformation gilt der erfolgreiche MDAX-Börsengang der Marinetochter TKMS im Herbst 2025. Die Werftensparte verzeichnet einen Rekordauftragsbestand von rund 18,2 Milliarden Euro.

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Stahlsparte im Zentrum der Krise

Die größte Herausforderung bleibt die Stahlsparte Steel Europe. Der im Dezember 2025 mit der IG Metall ausgehandelte Sanierungstarifvertrag läuft bis September 2030 und sieht drastische Einschnitte vor: Die Produktionskapazität sinkt von aktuell 11,5 Millionen Tonnen auf ein Versandniveau von 8,7 bis 9 Millionen Tonnen. Rund 11.000 Arbeitsplätze sollen abgebaut oder ausgegliedert werden.

Parallel prüft Thyssenkrupp ein unverbindliches Übernahmeangebot des indischen Stahlkonzerns Jindal Steel International für die defizitäre Sparte. Die Direktreduktionsanlage in Duisburg wird trotz der Unsicherheit weiter gebaut.

Verluste eingeplant

Für das laufende Geschäftsjahr 2025/2026 rechnet der Konzern mit einem Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro. Grund sind Restrukturierungsrückstellungen bei Steel Europe. Das bereinigte EBIT soll zwischen 500 und 900 Millionen Euro erreichen, der Umsatz dürfte sich zwischen minus zwei und plus einem Prozent entwickeln.

Die Aktie hat seit Jahresbeginn um 16,5 Prozent zugelegt und notiert aktuell bei 11,32 Euro. Ob der Umbau gelingt, zeigt sich spätestens bei der Vorlage des nächsten Quartalsberichts am 12. Februar 2026.

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