Thyssenkrupp Aktie: Umbau im Fokus
Heute trifft sich Thyssenkrupp zur Hauptversammlung in Bochum – und selten prallen Unternehmenspläne und Stimmung an der Basis so sichtbar aufeinander. Während drinnen über Dividende und Portfolio gesprochen wird, machen draußen hunderte Stahlarbeiter Druck. Im Kern geht es um eine Frage: Wie weit kommt der Konzernumbau – und was bedeutet er für das Stahlgeschäft?
Hauptversammlung zwischen Dividende und Protest
Die 27. ordentliche Hauptversammlung läuft seit 10:00 Uhr und wird per Livestream übertragen. Rund 1.100 Aktionäre stimmen dabei auch über die Ausschüttung ab – trotz einer Gewinnprognose, die für das laufende Geschäftsjahr klar ins Minus zeigt.
Parallel zur Veranstaltung demonstrieren hunderte Beschäftigte vor der Halle gegen geplanten Stellenabbau. Unter ihnen sind Stahlarbeiter vom Hüttenwerk Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg, die mit 20 Bussen angereist sind. Thyssenkrupp hält 50% an HKM.
Wichtige Punkte der HV im Überblick:
- Dividendenvorschlag: 0,15 € je Aktie (insgesamt 93 Mio. € Ausschüttung)
- Stahlgespräche: Austausch über eine mögliche Lösung für Steel Europe läuft weiter
- Nächster Fixpunkt: 12. Februar 2026 (Quartalsbericht Q1 2025/2026)
Steel Europe: Gespräche mit Jindal bleiben zentral
Im Mittelpunkt stehen die Gespräche mit dem indischen Konzern Jindal Steel International über eine mögliche Übernahme der Stahlsparte Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE). Das Unternehmen spricht von einem „konstruktiven Austausch“, bleibt bei Details aber vage – die Verhandlungen sind vertraulich.
Gerade weil Steel Europe auch der Treiber für hohe Restrukturierungskosten ist, schauen Anleger und Beschäftigte hier besonders genau hin. Kein Wunder also, dass das Thema auch die Proteste vor der Halle anheizt.
Zahlenbild: Einmaleffekt-Gewinn, dann deutlicher Verlust
Für das Geschäftsjahr 2024/2025 weist Thyssenkrupp einen Jahresüberschuss von 532 Mio. € aus. Laut Bericht beruhte das Ergebnis jedoch vor allem auf Einmaleffekten, darunter der Verkauf eines Spezialstahlherstellers in Indien.
Für 2025/2026 erwartet der Konzern dagegen einen Jahresüberschuss zwischen -400 und -800 Mio. €. Als Hauptgrund nennt Thyssenkrupp Restrukturierungsrückstellungen bei Steel Europe. Gleichzeitig stellt das Unternehmen ein bereinigtes EBIT von 500 bis 900 Mio. € sowie einen Free Cashflow vor M&A von -300 bis -600 Mio. € in Aussicht. Für Restrukturierung sind dabei rund 350 Mio. € eingeplant.
Am Aktienmarkt zeigt sich das gemischte Bild: Auf 12-Monats-Sicht liegt die Aktie zwar 131,01% im Plus, zuletzt notiert sie aber bei 11,16 € und damit rund 15,74% unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 13,24 €.
Weitere Schritte im Portfolio
Neben der Stahlsparte prüft Thyssenkrupp weitere Portfoliomaßnahmen. Zuletzt stand laut Bericht auch der mögliche Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an der Wälzlager-Sparte Rothe Erde (Decarbon Technologies) im Raum.
Konkreter nächster Termin für neue Fakten ist der 12. Februar 2026: Dann legt Thyssenkrupp den Quartalsbericht für Q1 2025/2026 vor – und dürfte zeigen müssen, wie schnell Restrukturierung und Portfolio-Pläne tatsächlich in belastbaren Zahlen ankommen.
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