Thyssenkrupp Aktie: Showdown auf der Hauptversammlung
Die Thyssenkrupp-Aktie stand am Freitag unter Druck und verlor im XETRA-Handel 0,98 Prozent auf 11,14 Euro. Grund dafür war die Hauptversammlung in Essen, bei der CEO Miguel López vor rund 500 Aktionären für den radikalen Konzernumbau warb – während draußen mehrere hundert Beschäftigte gegen die geplante Dividendenausschüttung demonstrierten.
López verkündete einen Paradigmenwechsel: "Lange Zeit wurde Thyssenkrupp als integrierter Industriekonzern geführt", erklärte der Vorstandschef. Künftig soll die Thyssenkrupp AG als Finanzholding fungieren – eine Beteiligungsgesellschaft, die Mehrheitsbeteiligungen an eigenständigen Unternehmen unter einem Dach vereint. Die fünf Segmente (Marineschiffbau, Stahl, Autoteile, Werkstoffe und grüne Technologien) werden Schritt für Schritt in die Eigenständigkeit geführt.
Börsengang und Jindal-Gespräche laufen
Die Strategie "Aces 2030" nimmt bereits Gestalt an. Im Herbst 2024 brachte Thyssenkrupp die Marinesparte TKMS an die Börse – mittlerweile ist sie wie die Muttergesellschaft im MDAX gelistet. Für das Stahlsegment laufen aktuell Gespräche mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel über eine Übernahme. López hielt sich bedeckt: "Mit Jindal Steel sind wir in konstruktivem Austausch." Weitere Details nannte er nicht.
Zusätzlich stärkt TKMS seine Position in Kanada, wo ein Milliardenauftrag über bis zu zwölf U-Boote ausgeschrieben ist. Der Deal könnte mehr als zehn Milliarden Euro wert sein.
Dividendenstreit spaltet die Fronten
93 Millionen Euro will Thyssenkrupp als Dividende ausschütten – 15 Cent je Aktie. Doch die IG Metall forderte die Aktionäre auf, darauf zu verzichten: "Nach dem jüngsten Börsengang der Marine haben Aktionäre bereits überdurchschnittlich profitiert. Jetzt eine Dividende aus der Substanz auszuschütten, wäre wirtschaftlich falsch."
Selbst einige Aktionärsvertreter stimmten zu. Ingo Speich von Deka Investment kritisierte: "Die Zahlung einer Dividende erfolgt zulasten der Substanz. Thyssenkrupp lebt seit Jahren von seiner Substanz. Damit muss endlich Schluss sein." Dennoch lobten Vertreter wie Oliver Vollbrecht von der DSW die Unternehmensentwicklung: "Vertrauen ist wieder da, Zuversicht ist zurückgekehrt."
Personalentscheidungen und HKM-Probleme
Der Aufsichtsrat verlängerte die Vorstandsverträge von Ilse Henne und Volkmar Dinstuhl bis Ende 2031. Beide sind seit Januar 2024 im Amt. Parallel demonstrierten Beschäftigte des Duisburger Stahlherstellers HKM, einem Gemeinschaftsunternehmen von Thyssenkrupp Steel, Salzgitter und Vallourec. Betriebsratschef Marco Gasse forderte: "Wir wollen endlich einen Sozialtarifvertrag." Die 3.000 Mitarbeiter stehen vor einer ungewissen Zukunft – seit Monaten laufen Verhandlungen über einen sozialverträglichen Personalabbau.
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