Thyssenkrupp Aktie: Nächste Abspaltung?
Der Industrie-Riese Thyssenkrupp drückt beim Konzernumbau aufs Tempo. Nach dem Börsengang der Marinetochter steht nun die umsatzstarke Sparte Materials Services im Rampenlicht. Berichte über eine geplante Eigenständigkeit trieben den Kurs zuletzt deutlich an, doch für die Umsetzung nennt das Management harte Bedingungen.
Pläne für Materials Services werden konkret
Das Management prüft laut Insiderberichten noch in diesem Jahr eine Lösung für die Sparte Materials Services (MX). Im Raum stehen ein Verkauf, eine Abspaltung oder ein Börsengang, der bereits im Herbst 2026 erfolgen könnte. Die Sparte ist mit 11,4 Milliarden Euro Umsatz ein Schwergewicht und trägt mehr als ein Drittel zu den Konzernerlösen bei.
Marktbeobachter taxieren den Wert der Einheit auf rund 2 Milliarden Euro. Als Referenz dient hier das Übernahmeangebot für den Wettbewerber Klöckner & Co. Ziel der Umstrukturierung ist die Transformation von Thyssenkrupp in eine schlanke Finanzholding, die lediglich Mehrheitsbeteiligungen verwaltet.
Anleger feiern die Fantasie
Die Börse reagierte prompt auf die Aussicht, dass weitere Werte gehoben werden könnten. Die Aktie kletterte am Freitag um 5,29 Prozent auf 11,36 Euro. Damit setzt das Papier seinen beeindruckenden Lauf fort: Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von über 91 Prozent zu Buche. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch ist auf rund 14 Prozent geschrumpft.
Zahlenwerk mit Licht und Schatten
Trotz der Kursfantasie bleibt die operative Realität herausfordernd. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen ein gemischtes Bild. Zwar konnte Thyssenkrupp das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) auf 211 Millionen Euro steigern, doch der Umsatz sank um 8 Prozent.
Unter dem Strich belastet der Umbau die Bilanz massiv. Wegen hoher Restrukturierungskosten – vor allem in der Stahlsparte – verbuchte der Konzern einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Allein für das Stahlgeschäft fielen Sonderlasten von 401 Millionen Euro an.
Während die Pläne für den Materialhandel vorangetrieben werden, laufen parallel die Verhandlungen zur Lösung der Stahl-Sparte weiter. Der Konzern befindet sich derzeit in einer tiefgehenden Prüfung (Due Diligence) mit der Jindal-Gruppe.
Entscheidende Monate stehen an
Der Fahrplan für die kommenden Wochen ist eng getaktet. Das Management knüpft eine mögliche Abtrennung von Materials Services an eine klare Bedingung: Die Performance der Sparte muss sich im laufenden zweiten Geschäftsquartal bis Ende März spürbar verbessern. Werden diese Ziele erreicht und die Gespräche im Stahlbereich finalisiert, dürfte die Transformation zur reinen Holding weiter an Fahrt gewinnen.
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