Lange Zeit dominierten Skepsis und Restrukturierungskosten die Schlagzeilen rund um den Duisburger Industriekonzern, doch nun sorgt eine Neubewertung für frischen Wind. Die Investmentbank Jefferies sieht in den Umbauplänen verborgene Werte und traut dem Titel deutliche Kursgewinne zu. Anleger reagierten prompt und trieben das Papier zum Wochenausklang spürbar nach oben.

Restrukturierung als Kurstreiber

Auslöser der jüngsten Kaufwelle war eine Heraufstufung durch Jefferies von „Hold“ auf „Buy“. Die Analysten erhöhten das Kursziel auf 13 Euro und verwiesen auf signifikante Fortschritte beim Konzernumbau. Im Kern steht die These, dass die einzelnen Unternehmensteile in der Summe mehr wert sind als der aktuelle Börsenwert des Konglomerats widerspiegelt.

Besonders die Stahlsparte Steel Europe rückt dabei in den Fokus. Trotz Restrukturierungskosten von rund 400 Millionen Euro im ersten Quartal konnte das bereinigte Ergebnis dank niedrigerer Rohstoffkosten und Effizienzsteigerungen verbessert werden. Jefferies hob folgerichtig die Prognose für das operative Ergebnis (EBIT) für die kommenden Jahre an. Der Markt honorierte diesen Optimismus: Die Aktie kletterte am Freitag um 5,29 Prozent auf 11,36 Euro.

Pläne für Materials Services

Zusätzliche Fantasie wecken Berichte über die Zukunft der Werkstoffhandels-Sparte Materials Services (MX). Laut Insiderinformationen prüft der Konzern eine Abspaltung oder einen Börsengang noch im laufenden Jahr, möglicherweise bereits im Herbst 2026. Eine solche Transaktion könnte, basierend auf Bewertungen vergleichbarer US-Konkurrenten, einen Wert von rund 2 Milliarden Euro für die Sparte freisetzen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?

Die Vorbereitungen laufen offenbar auf Hochtouren: Auch eine Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) wird diskutiert, um dem Mutterkonzern weiterhin Einfluss zu sichern. Thyssenkrupp selbst bestätigte lediglich, dass die Sparte auf dem Weg zur Kapitalmarktfähigkeit sei.

Gegenwind und Risiken

Trotz der Aufbruchstimmung bleibt Vorsicht geboten. Nicht alle Marktbeobachter teilen die Euphorie. J.P. Morgan behielt das Votum „Neutral“ bei und senkte das Kursziel sogar auf 10 Euro. Die Bank begründet dies mit einem ungünstigeren Chance-Risiko-Verhältnis nach den jüngsten Anstiegen und verweist auf Unsicherheiten im Zeitplan der Portfolio-Bereinigung.

Auch die fundamentale Lage ist gemischt: Im ersten Geschäftsquartal ging der Umsatz um 8 Prozent zurück, wenngleich das bereinigte Ergebnis stieg. Mit einem aktuellen Kurs von 11,36 Euro notiert das Papier zudem noch immer rund 14 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro.

Ausblick

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die strategischen Pläne der Realität standhalten. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung ist, ob die Abspaltung von Materials Services tatsächlich im Herbst konkretisiert wird und wie sich die operative Marge im Stahlgeschäft entwickelt. Anleger sollten den 12. Mai 2026 im Blick behalten: Die dann anstehenden Quartalszahlen werden Aufschluss darüber geben, ob der von Jefferies prognostizierte Aufwärtstrend fundamental untermauert werden kann.

Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 22. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...