Barrick Gold und Newmont, die beiden Schwergewichte der Goldbranche, befinden sich auf direktem Kollisionskurs. Newmont wirft seinem Partner schwerwiegendes Missmanagement beim gemeinsamen Nevada-Projekt vor und hat offiziell eine Inverzugsetzung ausgesprochen. Dieser offene Konflikt kommt zur absoluten Unzeit, denn er könnte Barricks ambitionierte Pläne für einen Börsengang der wichtigen Nordamerika-Sparte ernsthaft gefährden.

Vorwürfe der Ressourcen-Umleitung

Auslöser der Spannungen ist eine formelle Mitteilung von Newmont, die in einer SEC-Einreichung vom vergangenen Donnerstag öffentlich wurde. Der Vorwurf wiegt schwer: Barrick soll Ressourcen des gemeinsamen Joint Ventures „Nevada Gold Mines“ (NGM) zweckentfremdet haben, um das eigene „Fourmile“-Projekt voranzutreiben. Das Fourmile-Projekt gehört Barrick zu 100 Prozent, während NGM als Gemeinschaftsunternehmen geführt wird.

Newmont hat dem Partner nun gemäß dem Joint-Venture-Vertrag von 2019 eine Frist von 30 Tagen gesetzt. Innerhalb dieses Zeitraums muss Barrick die monierten Missstände beheben, andernfalls droht ein juristisches Nachspiel vor den Gerichten in Nevada. Barrick hält 61,5 Prozent an NGM und führt die operativen Geschäfte, während Newmont die restlichen 38,5 Prozent besitzt.

Barrick wehrt sich gegen Anschuldigungen

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Barrick-CEO Mark Hill wies die Anschuldigungen umgehend zurück. Das Unternehmen sei weiterhin an einer konstruktiven Zusammenarbeit interessiert, könne sich aber aufgrund von strikten Verschwiegenheitsklauseln im Vertrag nicht detaillierter zu den Vorwürfen äußern.

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Diese Auseinandersetzung trifft Barrick auch operativ in einer schwierigen Phase. Die Goldproduktion fiel 2025 auf ein 25-Jahres-Tief, und die Prognosen für das laufende Jahr deuten auf keine signifikante Erholung hin.

Geplanter Börsengang wackelt

Die Brisanz des Streits liegt vor allem im Timing. Erst Anfang Februar hatte Barrick Pläne konkretisiert, seine nordamerikanischen Vermögenswerte – darunter die Anteile an NGM und das nun strittige Fourmile-Projekt – in eine separate börsennotierte Einheit auszugliedern.

Da Newmont vertragliche Vorkaufsrechte besitzt und bereits öffentlich Verbesserungen bei der operativen Leistung von NGM gefordert hatte, steht dieser strategische Schachzug nun auf der Kippe. Der Markt reagierte am Freitag nervös auf die Unsicherheit: Die Barrick-Aktie ging mit einem Minus von 1,37 Prozent bei 40,70 Euro aus dem Handel und notiert damit weiterhin deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt.

Die kommenden Wochen sind entscheidend für die strategische Ausrichtung des Goldriesen. Sollte innerhalb der gesetzten Frist keine Einigung erzielt werden, rückt der für Ende 2026 angepeilte Teilbörsengang in weite Ferne, während ein langwieriger Rechtsstreit die Ressourcen beider Konzerne binden würde.

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