Rekordauftragsbestand, ein neues Servicewerk bei Wien, 1.000 geplante Neueinstellungen — Stadler Rail zieht aus den starken Zahlen für 2025 klare Konsequenzen. Das Bild ist aber nicht ohne Risse.

Österreich als nächster Baustein

Auf dem Gelände der ehemaligen Agrana-Zuckerfabrik in Leopoldsdorf östlich von Wien entsteht eine neue Servicehalle, die in der zweiten Aprilwoche fertiggestellt sein soll. Stadler hat eine Absichtserklärung zur Pacht des Areals unterzeichnet und verlagert zunächst das Typentestzentrum für ÖBB-Doppelstockzüge dorthin. Mittelfristig soll ein vollwertiger Instandhaltungsstützpunkt für österreichische Kunden folgen — ergänzt durch ein eigenständiges Test- und Entwicklungszentrum, das Stadler gemeinsam mit Partnern plant.

Der Ausbau folgt einer klaren Logik: Der Auftragsbestand liegt bei einem Rekordwert von 32,3 Milliarden Schweizer Franken. Für 2026 peilt Stadler einen Umsatz von deutlich über 5 Milliarden Franken an, was einem Wachstum von 30 bis 40 Prozent entspräche. Die Basis dafür liefert das abgelaufene Jahr — Umsatz plus 13 Prozent auf 3,7 Milliarden Franken, Reingewinn verdoppelt auf 100,7 Millionen Franken.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Stadler Rail?

Leerverkäufer und negativer Cashflow bremsen die Euphorie

Trotz dieser Zahlen bleibt ein erheblicher Teil des Marktes skeptisch. Laut UBS gehören Stadler-Titel zu den Aktien mit dem höchsten Short-Interest-Anteil. Nur einer von neun Analysten empfiehlt die Aktie zum Kauf, zwei raten zum Verkauf. Der zentrale Kritikpunkt: Der freie Cashflow fiel 2025 ins Minus, das Nettoumlaufvermögen rutschte ebenfalls in den negativen Bereich. Finanzchef Raphael Widmer erwartet auch für 2026 noch kein positives Nettoumlaufvermögen.

Hinzu kommen operative Altlasten. Wegen Lärm- und Vibrationsproblemen bei neu konstruierten Drehgestellen wurde die Abnahme des Modells TINA in Darmstadt und Basel gestoppt. 25 Fahrzeuge müssen bis Ende 2026 auf eigene Kosten nachgerüstet werden. Parallel untersucht die italienische Staatsanwaltschaft, warum das Notbremssystem eines Tramlink-Modells bei einem Unfall in Mailand nicht auslöste.

Verwaltungsrat bekommt frisches Profil

Zur Generalversammlung am 5. Mai scheiden zwei langjährige Verwaltungsräte aus: Christoph Franz und Wojciech Kostrzewa treten nach 15 beziehungsweise 14 Jahren nicht mehr zur Wiederwahl an. Als Nachfolger nominiert Stadler Sabrina Soussan — frühere Co-CEO bei Siemens Mobility, zuletzt Chefin des Infrastrukturkonzerns Suez — sowie Michael Schöllhorn, seit 2021 CEO von Airbus Defence and Space.

Ab 2027 normalisiert sich das Wachstum auf rund 9 Prozent, bis 2028 auf etwa 6 Prozent — womit Stadler Alstom und Siemens leicht übertreffen würde. Ob die laufenden Effizienzprogramme und der Kapazitätsausbau die angestrebte EBIT-Marge von über 5 Prozent tragen, wird sich spätestens an den Zahlen für das erste Halbjahr 2026 ablesen lassen.

Stadler Rail-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Stadler Rail-Analyse vom 25. März liefert die Antwort:

Die neusten Stadler Rail-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Stadler Rail-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Stadler Rail: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...